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Leib & Seele
Heilkraft der Sakramente (5): Die Krankensalbung

Gottes Zusage im Ernstfall

Die Krankensalbung wird an Stirn und Händen vollzogen: »Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes; Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf.«
Foto: picture-alliance
Schwere Krankheit, die Isolation, dazu Schwäche und Einsamkeit sind ein Ernstfall des Glaubens. In das Leben hinein ragt dann die Nähe des Todes. Ich kann nicht mehr funktionieren, mein Leben gestalten. Mit der eigenen Vitalität steht alles infrage: die Zukunft, die Gemeinschaft mit Menschen, die Treue Gottes. Gerade hier kommt es auf die Heilkraft der Sakramente an, gerade hier braucht der Mensch die Erfahrung, dass Gott sein Schicksal teilt, dass er sein Leben und Heil will, dass er sich in der Auferstehung den Mächten des Todes überlegen zeigt.

Jesus ist bekannt dafür, Menschen zu heilen und Dämonen auszutreiben und von überall kommen Kranke zu ihm. Und er sendet seine Jünger aus, dasselbe zu tun: ohne Vorratsbeutel und Geld, aber mit seiner Vollmacht und dem Vertrauen in die Gastfreundschaft der Menschen: »Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie« (Mk 6,6–13).

Nach Ostern folgt auf die erste Pfingstpredigt sofort der Bericht einer Heilung (Apg 3). Heute findet sich diese Dimension des Glaubens eher am Rand oder außerhalb der Kirche: in charismatischen Gruppen, in Esoterik, in therapeutische Methoden, die medizinisches und psychologisches Wissen mit Spiritualität und religiösen Traditionen verknüpfen. In der katholischen Kirche sind es vor allem Marienwallfahrtsorte, an denen der Glaube an Heilung, Gebetserhörung und an die größeren Möglichkeiten Gottes lebendig ist.

Die Krankensalbung antwortet auf die Not des Menschen in Krankheit, Schwäche, Todesnähe. Wie die anderen Sakramente stellt sie den Kranken in die Beziehungsmacht Gottes hinein. [...]
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