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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



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Hoffnungsort
MEIN LEBEN NEU ORDNEN (3) An Gott ausrichten

Was nenne ich mein Lebensziel?

Was nenne ich mein Lebensziel?
Was würde ich selbst als mein letztes Lebensziel oder als Prinzip und Fundament meines Lebens beschreiben? Menschen, Aufgaben, Talente sind der Weg dorthin, aber nicht das Ziel selbst.
Foto: annamw/pexels
Zielorientierung ist in aller Munde. Ob in einem Unternehmen, in Sozialverbänden, der Kirche oder im persönlichen Leben: Die Frage, welche Ziele gibt es für eine Organisation als Ganzes, aber auch für die einzelnen Mitarbeitenden, rückt mehr und mehr in den Fokus. Möglichst konkret, realistisch, nachvollziehbar und überprüfb ar sollen sie formuliert werden. Auch die Frage: Was ist mir in meinen persönlichen Leben wichtig und welche Ziele möchte ich noch erreichen?

Ignatius von Loyola schreibt in seinen »Geistlichen Übungen« gleich zu Beginn vom Ziel des Menschen. Das klingt in der Sprache des 16. Jahrhundert so: »Der Mensch ist geschaffen, um Gott unseren Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und ihm zu dienen und mittels dessen seine Seele zu retten« (EB 23). Die älteren Leser werden sich vielleicht an die ersten Sätze des Katechismus erinnern, die für sie heute womöglich »nicht mehr tragbar« klingen. Wie können wir das, was Ignatius meinte, in heutige Sprache fassen und uns damit auseinandersetzen?

Zunächst: Mein Leben, meine Lebensgestalt ist zum Lobe Gottes da. Damit hat niemand außer der Wirklichkeit Gottes »Zugriff« auf mein Leben. Diese Zielformulierung stellt klar, dass ich von niemand anderem »verzweckt« oder gar benutzt und missbraucht werden kann. Ignatius von Antiochien hat es bereits im 1. Jahrhundert nach Christus so formuliert: »Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.«

Die beiden Begriffe Ehrfurcht und Dienst lohnen, näher betrachtet zu werden. Dabei soll nicht antiquierte Sprache in unsere Zeit gerettet werden, aber die Begriffe dürfen auch nicht ignoriert werden, nur weil sie vielleicht eine negative Wirkungsgeschichte haben. Der Jesuit David Fleming hat am Ende des letzten Jahrhunderts einen Text geschrieben, der »Prinzip und Fundament« genannt wird: »Ziel unseres Lebens ist, für immer mit Gott zu leben. Gott gab uns Leben, weil er uns liebt. Unsere eigene Antwort der Liebe ermöglicht es, dass Gottes Leben grenzenlos in uns hineinströmt.«

In dieser Neuschreibung wird deutlich, dass weder Ehrfurcht etwas mit Angst und Furcht, noch Dienst etwas mit Unterwürfigkeit zu tun hat, wohl aber die angemessene Antwort auf die Größe und Liebe Gottes ist. Wenn Liebe ein dialogisches Beziehungsgeschehen ist, dann wird die Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes diese Beziehung mitgestalten. Vielleicht helfen uns Ersatzbegriffe wie Respekt und Achtung für Ehrfurcht bzw. Wirksamkeit und Einsatz für Dienst. [...]
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