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| SOCIAL MEDIA |
Wie sinnvoll sind Verbote für Kinder und Jugendliche? |
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Kinder sind immer früher mit Social Media in Kontakt. Je jünger sie sind, desto weniger wissen sie, wie man damit umgeht. Ist dann ein Verbot für Kinder sinnvoll? Foto: Pekic/iStock |
Die Thematik ist komplex. Seit einer Weile diskutieren Gesellschaft wie Politik ein SocialMediaVerbot für Kinder und Jugendliche. Australien hat im vergangenen Jahr bereits Konten wie Tiktok, Instagram oder Snapchat von Minderjährigen löschen lassen. Es ist umstritten, inwieweit solch ein Verbot etwas bringt.
Auch in Deutschland drückt die Politik aufs Tempo. Die Regierungsparteien CDU und SPD befürworten ein Verbot, Teile der CSU sind skeptisch. Besonders deutlich äußerte sich der schleswigholsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im März in der Debatte und nannte es »digitalen Wahnsinn«, gegen den etwas getan werden müsse.
Digitaltrainer warnen an Schulen schon seit Jahren vor den vielfältigen Gefahren, denen Kinder im Netz ungefiltert ausgesetzt sind. So sagt der Digitalexperte und Buchautor Daniel Wolff: »Wir brauchen allerdringendst ein gesellschaftliches Warnsignal, dass Social Media in seiner gegenwärtigen Form für Kinder extrem gefährlich und völlig ungeeignet ist!«
Wolff und sein Team sind seit Jahren regelmäßig an bayerischen Schulen unterwegs und besprechen mit den Kindern alle wichtigen InternetThemen von Gaming über Cybermobbing zu FakeNews und KI.
Im schlimmsten Fall kann ein Kind mit einem Smartphone Horrorfilme, Pornos, reale Kriegsgewalt sehen, an manchmal tödlich endenden Challenges teilnehmen, die im Netz propagiert werden. Aber auch der Vergleich mit anderen – schöner, sportlicher, erfolgreicher – auf SocialMediaPlattformen setzt Kinder und Jugendliche unter Druck, der Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben kann. Und viele Kinder finden es lustiger, kleine Filmchen zu sehen, als Vokabeln zu lernen. Das ist verständlich. Und schaut man sich in Bus oder UBahn um, so schauen fast alle Erwachsenen auf ein Smartphone und nicht immer wird die digitale Zeitung gelesen, sondern »Candy Crush« gespielt oder eine Serie gestreamt.
Nina Stehr, SocialMediaManagerin und Hochschuldozentin, findet, ein Verbot gehe an der Wirklichkeit vorbei und komme im Übrigen auch zu spät. »Viele wollen einen Faden schnell mal abschneiden, der längst Teil der Lebensrealität unserer Kinder ist: Freundschaften, Austausch, Orientierung, all das findet größtenteils auch online auf Snapchat, TikTok oder Discord statt.« Diesen Punkt sieht auch Medienrechtler Stephan Dreyer. In einem Interview mit »netzpolitik.org« sagte er: »Soziale Medien bringen für Minderjährige gewichtige Vorteile mit sich: Kommunikation, Information, Austausch mit Peergroups.« [...]
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