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Im Dienst des Gemeinwohls |
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| Beate-Maria Link, Chefredakteurin |
Zum Ende der Pfingstferien finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, gleich zwei Themenschwerpunkte im Katholischen Sonntagsblatt. Zum einen – wie das Titelbild verrät – geht es um die Rolle von Eltern, die ihren Kindern Werte vermitteln möchten (S. 10–13). Zum anderen geht es um die erste Enzyklika, die Papst Leo XIV. an Pfingstmontag der Öffentlichkeit vorgestellt hat (S. 24–27). Damit wird quasi auch er einer Elternrolle gerecht als »Heiliger Vater«, der Orientierung geben möchte in einer Zeit rasanten technologischen Fortschritts. Mit seinem 120 Seiten umfassenden Schreiben richtet er sich nicht nur an die Gläubigen der katholischen Kirche, sondern an die ganze Menschheit, die sich von der Fülle an Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz (KI) herausgefordert sieht.
Diese Herausforderungen betreffen alle, und es geht um nichts weniger als um die Zukunft der Menschheit, wie Leo XIV. richtig erkannt hat. Dass er als Oberhaupt der katholischen Kirche auch studierter Mathematiker ist und damit in der digitalen Welt relativ gut beheimatet, ist somit ein Segen – für die Menschheit. Er geißelt in seinen Analysen und Denkanstößen keineswegs die technischen Errungenschaften und geht auch nicht in eine Abwehrhaltung. Vielmehr sieht er es als seine Pflicht an, vor gefährlichen Entwicklungen durch verfehlte Anwendung von Technologien zu warnen, die so zu »Entmenschlichung«, zu vermehrter Kriegsführung oder sozialer Ungerechtigkeit führen könnten. Die Auswirkungen von zu viel Macht in den Händen weniger Tech-Milliardäre sind für ihn ein Alarmsignal.
So versucht der Papst mit seinem Lehrschreiben »Magnifica humanitas«, die von Gott geschaffene »großartige Menschheit« vor rein egoistischen und gewinnorientierten Machenschaften und einer »Verkümmerung des Herzens« zu bewahren. Und er fordert eine Politik der Transparenz und kontrollierenden Regeln, damit die Nutzbarmachung von Daten nicht in einer neuer Form von Kolonialismus und Ausbeutung endet. [...]
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