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Hoffnungsort
BETEN MIT FRANZ VON ASSISI (4) Friedensweg

Brücken über Grenzen bauen

Brücken über Grenzen bauen
Er war wirklich ein Brückenbauer zwischen den Religionen und innerhalb der Gesellschaft: Die Statue des heiligen Franziskus wurde im Dezember an der Brücke San Francesco d’Assisi in Rom enthüllt.
Foto: KNA
Das neue Jahr ist noch jung. Einige der Neujahrswünsche sind noch sehr präsent, andere sind in Hintergrund getreten oder vergessen. Ein bedeutsamer Wunsch war jener, den Papst Leo in seiner Neujahrsansprache den beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatinnen und Diplomaten aussprach. Er erinnerte an Franz von Assisi und sagte: »Ein demütiges und friedensstiftendes Herz, das ist es, was ich jedem von uns und allen Einwohnern unserer Länder zu Beginn dieses neuen Jahres wünsche.«

In einer Zeit, die geprägt ist »von vielen Kriegen, die endlos scheinen« sowie von »inneren und sozialen Spaltungen, die Misstrauen und Angst erzeugen« biete das Leben des heiligen Franziskus keine »technischen Lösungen«, so Leo XIV. wenige Tage später in seiner Botschaft an die Generalminister der weltweiten Franziskanischen Familie. Sein Leben verweise jedoch auf die »authentische Quelle des Friedens«. Zum 800. Jahrestag des Todes von Franz von Assisi erinnerte Leo XIV. daran, dass Franziskus als »unbewaffneter und entwaffnender Zeuge des Friedens« bis heute ein sprechendes Vorbild sei. 

Franziskus war kein weltfremder Idealist, sondern lebte mitten in den Spannungen seiner Zeit. Er nahm soziale Gegensätze wahr, erlebte religiöse, gesellschaftliche und politische Konflikte und setzte sich darin für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit ein. Sein Leben zeigt: Gebet und handelnde Tatkraft sind keine Gegensätze – sie brauchen und bestärken einander. Dies verdeutlicht beispielhaft die Begegnung mit Sultan Muhammad al-Kãmil 1219: Es ist der Fünfte Kreuzzug.

Tausende Kreuzritter belagern die ägyptische Stadt Damiette. Blutige Kämpfe kosteten auf beiden Seiten bereits hunderte Menschenleben. Auch die religiösen Fronten sind absolut verhärtet. In dieser unheilvollen Situation setzen Franziskus und Bruder Illuminatus auf Dialog und Begegnung – nicht auf Kampf. Sie begegnen dem Sultan und seinen Beratern und treffen »nicht auf Ungläubige, sondern auf Andersgläubige, nicht auf Bestien, sondern auf Gottesfreunde, nicht auf Aggression, sondern auf Friedensliebe« (vgl. Niklaus Kuster).  [...]
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