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| ZEHN GEBOTE (9) Du meidest fremde Reize |
Du widerstehst der sinnlichen Bilderflut |
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Das bedingungslose Ja zueinander ist Basis für die Entfaltung der Liebe zwischen Mann und Frau, die auf dem Vertrauen und der Treue zueinander gründet. Foto: g-stockstudio/iStock |
Der moderne westliche Mensch nimmt die Wirklichkeit vorwiegend visuell wahr. Und dabei ist er sehr verführbar. Wir leben in einer pansexualisierten Welt. Mit audiovisuellen Reizen werden wir – selbst im Kaufhaus oder beim Blick in die sozialen Medien – ständig konfrontiert. Wir haben uns offenkundig daran gewöhnt, (halb-)nackte Menschen im Fernsehen oder Internet zu sehen. Ein Handy-Klick macht es möglich, dass uns Begegnungen zugänglich werden, die sich sonst nur hinter verschlossenen Türen ereignen.
Die Sexualität wird für manche Menschen tatsächlich zum Gottesersatz. Es dreht sich alles nur darum, wann wer was, wie viel und mit wem erlebt hat. Der körperliche und seelische Missbrauch des Menschen und der Menschenhandel macht auch vor den Grenzen Deutschlands keinen Halt. Auch in kirchlichen Kreisen gibt es Abartigkeiten, die dem Herrn ein Gräuel sind. Der Preis dafür zeigt sich unter anderem an den vielen Austritten aus der Kirche, dem großen Vertrauensverlust der Priester und der sich spaltenden Kirche.
Wie geht das, wie kann man sich vor sexuellen Reizen schützen? Will man(n) das überhaupt? Viele (verheiratete) Männer sind davon betroffen: Sex sells, jeder vierte Deutsche kauft ihn tatsächlich online Bordells mit bis zu 400 000 Sexarbeiterinnen in unserem Land.
Gott möchte uns die Lust am Leben und an der Liebe nicht nehmen. Aber er möchte, dass sie in geordnete Bahnen gelenkt wird, wo sie sich auch vollends entfalten kann: in der Liebe zwischen Mann und Frau, die auf dem Vertrauen und der Treue zueinander gründet und offen ist für die Frucht ihrer Liebe, für Kinder, die aus ihrer Liebesbeziehung hervorgehen.
Aus biblischer Sicht ist der geeignete Ort dafür tatsächlich die Ehe, die Familie. Sie zu achten und auch rechtlich zu schützen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche und des Staates. Andere Lebensformen sind natürlich möglich. Das bedingungslose Ja zueinander will auch hier die Basis einer hoffnungsfrohen Zukunft sein: »Verlangen des Bauches und Beischlaf sollen mich nicht ergreifen, einem schamlosen Begehren liefere mich nicht aus« (Sir 23,6). Die Leidenschaft kann zum Feuer werden, das alles verzehrt, auch eine gute Ehe, wenn etwa ein Dritter oder eine Dritte im Spiel ist. [...]
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