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| ZEHN GEBOTE (5) Du schützt bedrohtes Leben |
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Der Klimawandel bedroht die Erde und unsere Lebensgrundlage. Der Schutz des natürlichen Lebensraums ist auch ein Auftrag, der im fünften Gebot enthalten ist. Foto: KNA |
In unserer harten Leistungs-Gesellschaft haben die Schwachen oft das Nachsehen. Es ist interessant, dass die Diskussion um die Wehrlosen, um die Ungeborenen, um die Menschen mit Behinderung, um die Alten, um jene also, die wirtschaftlich gesehen keinen Ertrag (mehr) bringen, im reichen, industriellen Europa heiß geführt wird. Ihr Leben, ihre Unversehrtheit, ihre Würde sind in großer Gefahr. Das fünfte Gebot erinnert daran, für schutzloses Leben unbedingt und aktiv einzutreten.
Für die Bibel ist es glasklar: »Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung« (Ps 68,6). Gott steht »zur Rechten des Armen, um sein Leben vor bösen Richtern zu retten« (Ps 109,31). Er ist ein Gott des Lebens, er will nicht die Vernichtung und auch nicht der Untergang des Menschen. Er will, dass er gut und gerne lebt. Und er will, dass er dies auch seinem Umfeld ermöglicht.
Selbstverständlich gilt dieser Schutz auch unserer bedrohten Mutter Erde. Wir stehen in der Pflicht, ökologisch zu denken und zu handeln, nachhaltig zu konsumieren und uns über den Klimawandel zu informieren. Es macht Mut und stimmt hoffnungsvoll, dass es zunehmend mehr Klimaberufe gibt: Umweltwissenschaftler, Ökologen, Umweltingenieure oder Experten für Umweltkommunikation. »Grüne Jobs« gibt es bei der Energieerzeugung, im Baugewerbe, in der Filmindustrie, in den Medien, in den Regierungsebenen, im Bankwesen …
Papst Franziskus sprach in diesem Zusammenhang auch davon, dass wir vom Plünderer zum Hüter der Schöpfung werden mögen. Dies hat auch mit der Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber zu tun. Papst Franziskus betrachtete die Fürsorge für die Schöpfung tatsächlich als Akt der Liebe, welche auf Erden auch Gerechtigkeit und Frieden sichert.
In seiner berühmten Enzyklika »Laudato si’« aus dem Jahre 2015 schreibt er: »Die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede sind untrennbar miteinander verbunden« (10). Das erfordert allerdings unsere Bereitschaft, die Wunden, die Bedrohten, die Hilfsbedürftigkeit unseres Lebensumfeldes zu sehen, zu beurteilen und dann dementsprechend zu handeln.
Bedrohtes Leben gibt es immer und überall, wenn man seine Augen offenhält: Da ist der todkranke Nachbar, der meinen Besuch erwartet, oder der gemobbte Schüler, der sich nicht mehr in die Schule traut, dort wartet ein Bauherr auf die Realisierung eines ehrgeizigen Bauprojekts, das die Zerstörung vieler Wälder zur Folge hätte … [...]
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