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Wie ist das mit der Vergebung?
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Hoffnungsort
FRIEDENSSTIFTER (1) Max Josef Metzger

Friedenstüchtigkeit statt Kriegsrhetorik

Friedenstüchtigkeit statt Kriegsrhetorik
Friedensarbeit ist nicht zu verwechseln mit Wohlfühl-Friedfertigkeit, sondern bedarf großer Anstrengungen beim Verhandeln. Auch Papst Franziskus war in diesem Sinne unterwegs, wie hier bei seiner Reise in den Irak 2021.
Foto: KNA
In einer Zeit, in der das Wort »Kriegstüchtigkeit« die politischen Debatten beherrscht, wirkt die Vokabel der »Friedenstüchtigkeit« fast wie ein anarchistischer Gegenentwurf. Doch für Christinnen und Christen ist sie kein naives Wunschdenken, sondern ein historisch geschärfter Auftrag. Ein radikaler Vordenker dieser Haltung war der Priester Max Josef Metzger (1887–1944), der im November 2024 im Freiburger Münster seliggesprochen wurde. Sein Lebenszeugnis bricht radikal mit dem unkritischen Mitlaufen in Zeiten der Aufrüstung.

Wie viele Männer seiner Generation zog Metzger 1914 zunächst mit vaterländischem Pflichtbewusstsein in den Ersten Weltkrieg. Als Divisionspfarrer an der Westfront traf ihn die nackte Realität des industrialisierten Sterbens jedoch mitten ins Herz. Die damals allseits genutzte theologische Rechtfertigung eines »gerechten Krieges« zerbrach an den Leichenbergen von Verdun. Metzger erkannte: Krieg kann niemals Gottes Wille sein.

Bereits 1917, mitten im Schlachtenlärm, verfasste er ein wegweisendes christliches Friedensprogramm. Seine dort formulierte Kernforderung liest sich heute so aktuell wie damals: »Wir fordern das Ende des nutzlosen Blutvergießens auf den Schlachtfeldern, zugleich aber damit das Ende einer Politik, die mit Machtmitteln arbeitet.«

Metzger begriff früh, dass ein dauerhafter Friede nicht durch das Wettrüsten von Nationalstaaten gesichert werden kann, sondern durch eine übernationale Rechtsordnung. Er forderte ein geeintes »Europa, das die Völker zusammenschließt in einem großen Friedensbund gemeinsamer Interessen« sowie ein internationales Schiedsgericht, dem sich alle Staaten beugen müssen. Seine Visionen nahmen Strukturen vorweg, die erst Jahrzehnte später mit dem Völkerbund und den Vereinten Nationen mühsam Realität werden sollten.

Nach 1918 packte Metzger die Friedensarbeit im Geiste der Bergpredigt mit radikaler Tatkraft an. Er gründete den »Friedensbund Deutscher Katholiken« und rief die ökumenische »Una Sancta«-Bewegung ins Leben. Seine Devise lautete unmissverständlich: »Menschen aller Länder, vereinigt euch gegen den Krieg!« Er begriff Friedenstüchtigkeit nicht als passives Abwarten, sondern als anstrengende, ununterbrochene Kulturarbeit. Die Menschen, so betonte er, müssten an Leib und Seele »friedensfähig« werden. [...]
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