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| KIRCHE WOHIN? (4) Synodale Verkündigung |
Neue Sprache in neuen Medien |
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Wo gibt es Orte, an denen der persönliche Glaube zur Sprache kommt? Hier gilt es, neue Formate – analog und digital – zu schaffen, in denen man sich austauschen und Gemeinschaften bilden kann. Foto: KNA |
Die drei Leitworte der Weltsynode lauten: Gemeinschaft – Teilhabe – Sendung. Das letzte Wort trägt den Akzent. Die synodale Gestaltung der kirchliche Gemeinschaft durch mehr verbrieft e Teilnahme dient dazu, die Kirche neu zur Zeugin des Evangeliums zu machen. Der Synodale Weg in Deutschland verfolgt dasselbe Ziel – mit einem starken Augenmerk auf die selbstverschuldeten Glaubwürdigkeitsprobleme durch Machtmissbrauch, Klerikalismus und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Das Ziel synodaler Reformen besteht darin, die aktive Rolle des Gottesvolkes mit seinem ureigenen Glaubenssinn zu gestalten. Früher schien die katho lische Theologie damit glücklich zu sein, dass die Gläubigen »Ja und Amen« zu dem sagten, was das Lehramt vorlegte. Das war zwar immer falsch. Aber erst jetzt entwickelt sich eine Energie, die nicht nur Ansprüche begründet, dass die Basis gehört wird, sondern auch Formen prägt, dass sie Gewicht hat. Papst Franziskus hat vom »Spürsinn« des Gottesvolkes gesprochen – und das alte Bild vom Hirten und den Schafen so verändert, dass der Hirt den Geruch der Schafe annehmen müsse und nicht immer denken solle, vorangehen zu müssen, sondern auch gut und gerne einmal der Herde folgen oder in ihrer Mitte wandern solle.
Der Glaubenssinn des Gottesvolkes ist nicht schon die Mehrheitsmeinung einer bestimmten Generation oder Region – aber die Mehrheit der Kirche aller Zeiten und Regionen durchaus. Wie es der englische Autor Gilbert Keith Chesterton, der Erfinder von Father Brown, formuliert hat: Die katholische Kirche sei die größte Demokratie der Welt, weil in ihr auch die Toten Stimmrecht haben.
Der Glaubenssinn des Gottesvolkes ist nicht nur reaktiv, sondern auch proaktiv. Er hat einen Sinn für die Unterscheidung zwischen wahr und falsch, wichtig und unwichtig. Er kann im Glauben nicht irren. Dieser Grundsatz ist viel älter und weiter als die Definition des Ersten Vatikanischen Konzils, dass der Papst, wenn er auf die Kirche gehört hat und kraft seine Amtes den Glauben definitiv verkündet, nicht irren wird. Auch wenn niemand, solange die Zeit währt, die ganze Wahrheit Gottes zu erkennen vermag, gilt die Verheißung Jesu nach dem Johannesevangelium, dass der Geist die Jünger »in die ganze Wahrheit « führen wird (Joh 16,13) – alle, ihre ganze Gemeinschaft, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Intelligenz, ihres Status. [...]
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