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aktuelle Doppelausgabe 21-22/2026 |
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| KIRCHE WOHIN? (1) Synodale Spiritualität |
Neuer Geist in neuen Formen |
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Bei jeder katholischen Synode, wie hier bei einer Frankfurter Synodalversammlung, steht die Feier der Eucharistie im Mittelpunkt, weil das Geheimnis des Glaubens verbindet: Tod und Auferstehung Jesu. Foto: KNA |
Synoden sind geistliche Ereignisse. Sie sind keine Parlamente, weil ihnen das Gegenüber zur Regierung fehlt. Sie sind keine Betriebsversammlungen, weil die Kirche keine Firma ist. Sie sind Zusammenkünft e auf dem Weg des Glaubens. Auf Synoden wird gebetet. Es wird Gottesdienst gefeiert. Es kann durchaus gestritten werden. Aber das Ziel ist ein Konsens, der kein fauler Kompromiss ist, sondern eine gemeinsame Verabredung, beisammenzubleiben und weiterzugehen.
Synoden versammeln sich im Vertrauen, dass der auferstandene Jesus Christus in ihrer Mitte ist. Wenn es gutgeht, prägt dieser Glaube die Beratungen und Beschlüsse. Ohne Gottes Geist kann es nicht gutgehen. Damit Gottes Geist wirken kann, braucht es eine synodale Spiritualität.
Die Spiritualität der Synodalversammlungen in Deutschland war schnell und laut, sie war scharf und spritzig – wenn sie nicht in den großen Eucharistiefeiern, in Bußgottesdiensten, in den zahlreichen Einhalten ganz andächtig und still geworden ist, sehr musikalisch, ganz zugewandt und ergreifend. Die Spiritualität der Weltsynode war langsam und leise, sie war weich und traditionell – wenn sie nicht in der Eröffnungsvigil mit Taizé ökumenisch geworden ist, im Gedenken der Flüchtlingsopfer politisch und in den Petersdommessen bunt, mit afrikanischen Rhythmen und mit lauten Gebeten auf Arabisch.
Der Synodale Weg in Deutschland ist ein geistlicher Weg – der Weg der Weltsynode ebenso, wenngleich auf andere Art und Weise. Die weitaus meisten, die beteiligt waren, haben es hier wie dort so gesehen. Manche haben einen Gegensatz zu konstruieren versucht – meistens diejenigen, die nicht dabei waren, sondern nur das eine oder andere vom Hörensagen mitbekommen oder aus dem Internet aufgeschnappt hatten.
Es gab aber auch diejenigen, die ein echtes Problem hatten, sei es mit den jugendbewegten Formen der Frankfurter Synodalversammlungen, sei es mit den klerikalen Riten der vatikanischen Zusammenkünfte. Umso wichtiger ist die Frage, was synodale Spiritualität ist und wie sie künftig am besten ausgestaltet wird.
Die katholische Kirche ist vielsprachig, auch in der Spiritualität von Synoden. Gelingt die Übersetzung? Das ist die PfingstHoffnung, die jede Synode braucht. Schwierig wird die Verständigung, wenn falsche Gegensätze aufgebaut werden: Geist gegen Struktur, Spiritualität gegen Organisation, Frömmigkeit gegen politische Wachheit. Kaum jemand hat im Urchristentum so sehr auf Spiritualität gesetzt wie der Apostel Paulus: auf die Gaben des Geistes, auf die Unterscheidung der Geister, auf das geistliche Wachstum der Kirche nach innen und außen. [...]
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