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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



Cover der Exerzitienbroschüre der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit einem Brunnen und einer schweren Holztüre
Die Exerzitienbroschüre der Diözese
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Puzzle-Collage mit Portraits von Vorbildern aus der Region
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Hoffnungsort
ALLES MIT MUT (2) Wehmut

Begleitmelodie des Älterwerdens

Begleitmelodie des Älterwerdens
»Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir«: Auch im Wonnemonat Mai, der alles so schön zum Blühen bringt, können Menschen aus unterschiedlichen Gründen Wehmut und Schmerz empfinden.
Foto: mlkbnl/pexels
Ausgerechnet im »Wonnemonat« Mai, in dem alles grünt und blüht, ergreift mich bisweilen eine gewisse Wehmut, denn in diesem Monat feierten wir immer den Geburtstag meiner Mutter, die vor einigen Jahren ihre irdische gegen die himmlische Heimat getauscht hat. Wehmut ist für mich ein Gefühl, das mit seelischem Schmerz verbunden ist. Dazu gehört immer ein gewisses Bedauern – darüber, dass es einmal anders war, oder dass es anders sein könnte. Oder dass wir etwas verloren haben.

Wehmut hat immer auch mit leiser Trauer zu tun: um Versäumtes oder niemals Gehabtes, um Gesuchtes und niemals Gefundenes, um Verschuldetes oder Schuldiggebliebenes, um Verschwendetes, Verfehltes. Vor allem aber und immer wieder: Trauer um Verlorenes. Verlieren kann man Dinge und Hoffnungen, Erwartungen und Erfolge, Verbindungen und Freundschaften, ja, auch Vertrauen – weil es enttäuscht wurde. Und nicht zuletzt: Verlieren kann man Menschen – durch Trennung, durch Tod. Eine in unserer globalen Welt fast vergessene Form der Wehmut ist das Heimweh. Heimweh gab es früher oft, als Menschen sich ihrer Heimat und auch ihrer Lebensquellen, ihrer Geborgenheit beraubt fühlten. Auch ich litt als Kind, wenn ich in Ferien bei Verwandten war, unter Heimweh. Viel schlimmer als meines war und ist das derjenigen Menschen, die nicht freiwillig, sondern aus bitterer Armut oder weil sie ihres Lebens nicht mehr sicher sind, ihre Heimat verlassen. Als die Tübinger Kammersängerin Meta Diestel im Jahr 1923 auf Konzertreise nach Amerika fuhr, um bei deutschen Auswanderern zu singen, merkte sie schnell, dass ihre Landsleute vor allem die alten Volkslieder hören wollten. Nach einem dieser Konzerte hatte ein Zuhörer, obwohl schon 26 Jahre in Amerika lebend, fast die ganze Nacht vor Heimweh geweint! Kein Wunder, dass eines der damals meistgewünschten Lieder das wehmütige vertonte Heine-Gedicht war: »Ich weiß nicht, was soll es bedeuten …«!

Wir merken: Zur Wehmut gehört auch die Erinnerung, die Rückschau. Deshalb finden wir bei Kindern und jungen Menschen zwar spontane Trauer, wenn ihnen etwas misslingt oder genommen wird, aber keine länger anhaltende Wehmut. [...]
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