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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



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Hoffnungsort
ALLES MIT MUT (1) Zumutungen

»Nehmt mein Joch auf euch«

»Nehmt mein Joch auf euch«
Manchmal empfindet man bittere Erfahrungen auch als Zumutung Gottes. Vielleicht liegt aber auch die Chance darin, etwas Wichtiges zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Foto: KNA
Zu den vielen Wörtern mit »-mut« gehört auch die Zumutung. Das Verb »muoten« bedeutet »begehren, verlangen, den Sinn auf etwas richten«. Zumuten heißt, etwas von jemandem verlangen. Wobei es ein großer Unterschied ist, ob man sich selbst etwas zumutet – oder einem anderen. Denn wer selbst entscheidet, sich etwas zuzumuten, kann dies in Abstimmung mit den eigenen Kräften und Fähigkeiten tun. Wenn aber andere einem etwas zumuten, entscheiden sie über unseren Kopf hinweg: »Das verlange ich jetzt von dir!«

Manchmal geht so eine Erfahrung gut – man wächst an dem, was andere einem zutrauen. Ja, erst durch das, was sie einem zutrauen, traut man es auch sich selbst zu. Vor allem Kinder brauchen diese Art von Zutrauen und Zumutungen, um Selbstvertrauen aufzubauen. Früher wurde man dabei selten gefragt. So erzählten mir alte Menschen oft, dass ein Elternteil früh starb, und dann, so wörtlich: »wurde ich ins kalte Wasser geschmissen«. Sie mussten von heute auf morgen Verantwortung übernehmen!

Die Lebensleistung dieser Männer oder Frauen ist oft tief beeindruckend. In der Tat wurde den Menschen in der Vergangenheit, ob jung oder alt, viel mehr zugemutet. Es begann im Elternhaus – vielfach herrschte Armut oder zumindest Knappheit, so dass zahllose Wünsche nicht erfüllt werden konnten. Auch gab es unendlich vieles nicht, was heute das Leben leicht und bequem macht, angefangen von Dusche und Zentralheizung bis zum eigenen Zimmer oder gar Telefon.

Kinder mussten in der Regel daheim mithelfen – ob sie Lust hatten oder nicht. In der Lehre fragte sie niemand, ob es ihnen auch Spaß macht und ob sie sich nicht überfordert fühlen. Dann kam der Zweite Weltkrieg, der kaum eine Familie vor Zumutungen bewahrte – Flucht, Vertreibung, Verlust von Hab und Gut und das Allerschlimmste: Verlust von Vätern, Brüdern, Söhnen, Enkeln. Mit anderen Worten: die Generation der jetzt Hochalten und Alten hat eine Menge Zumutungen im Leben mitgemacht. Es hat sie oft hart gemacht – aber auch zäh und belastbar.

Wobei nicht verschwiegen werden darf, dass manche auch früh zerbrochen sind an Leib oder Seele oder an beidem zermürbt und überfordert. Doch grundsätzlich gilt: Wer belastbar werden möchte, muss Zumutungen akzeptieren. Entweder von Seiten der Umwelt oder indem er sich selbst etwas zumutet, sprich: abverlangt. Einen bequemeren Weg zur Lebensbewältigung gibt es nicht. [...]
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