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Wie ist das mit der Vergebung?
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Hoffnungsort
MEIN LEBEN NEU ORDNEN (6) Die Passion Jesu mitgehen

Leiden aushalten und beistehen

Leiden aushalten und beistehen
Das Sterben Jesu am Kreuz hat die Kraft, Heil und Versöhnung für alle zu wirken. Die Passion Christi kann nur im Licht der Osterereignisse verstanden und verkündet werden.
Foto: ange-sista/pexels
Die Karwoche lädt auf unterschiedliche Weise ein, die Passion Jesu mitzugehen: in der Liturgie der einzelnen Tage, in Passionsandachten oder dem Kreuzweg am Karfreitag. Ignatius sieht in seinen Exerzitien dafür eine eigene Phase von Übungen vor. Darin wird uns vor Augen geführt, dass der Glaube an die Botschaft Jesu vom Reich Gottes und das Gehen in seinen Spuren nicht nur auf Begeisterung, sondern auch auf Ablehnung stößt und Jesus für seine Botschaft das Leben lassen muss.

Auch auf meinem eigenen Weg der Nachfolge Jesu kann es Menschen geben, nicht selten mir ganz Nahestehende und aus der eigenen Familie, die mit wenig Begeisterung oder sogar Ablehnung reagieren. Und es kann manchmal dazu führen, dass ich Nachteile und sogar Hohn und Spott dafür aushalten muss. Gerade in einer Welt, die immer säkularer wird und in welcher Christinnen und Christen nicht mehr in der Mehrheit sind, wird christliche Glaubenspraxis und die Mitgliedschaft in einer Kirche belächelt und verurteilt.

Viele Menschen tun sich heute mit den Ereignissen um das Kreuz Jesu und seinem Leiden schwer. Zunächst ist es urmenschlich, dass wir diesen Ereignissen aus dem Weg gehen und ihnen ausweichen möchten. Ähnliches erleben wir aktuell, wenn Menschen sagen, sie hören keine Nachrichten mehr, um sich dem Leiden der Menschen in den Kriegsgebieten nicht aussetzen zu müssen. Auch das kann ich nicht vorschnell verurteilen. Wenn Christinnen und Christen in der Karwoche bewusst den Leidensweg Jesu mitgehen, dann tun sie das nicht, um Leiden und Kreuz zu verherrlichen. Die Passion Christi kann nur im Kontext der Osterereignisse gesehen und erlebt werden, da sie immer in diesem Kontext erzählt und überliefert wurde. Und: Das Osterereignis kann nicht ohne die Ereignisse des Kreuzesgeschehens verkündet werden.

Das Mitgehen des Passionsgeschehens braucht meine persönliche Bereitschaft, diese letzten Tage Jesu begleiten zu wollen. Es sollte aus freien Stücken geschehen – nicht aus Angst oder Zwang. Es ist vermutlich auch eine Frage meiner Beziehung zu Jesus und, ob für mich das Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu zu den wesentlichen Fragen meines eigenen Glaubens gehört. [...]
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