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| KATASTROPHENSCHUTZ |
Kinder lernen Vorsorge für Notfälle |
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Auf einem Spielteppich sollen Grundschülerinnen und -schüler alle Notlagen erkennen. Der Malteser-Katastrophenschutzkurs soll Kinder zum Thema Straßenunfälle oder Naturkatastrophen sensibilisieren. Fotos: KNA, pm, Ron Lach/pexels |
Kriege und Naturextreme haben den Zivil- und Katastrophenschutz wieder stärker in die Diskussion gebracht. Die Rufe mehren sich, Wissen dazu in der Schule zu vermitteln. Die Malteser bieten einen freiwilligen Katastrophenschutzkurs für Grundschülerinnen und -schüler an. Dabei geht es nicht nur um Notlagen, sondern auch um Erste Hilfe.
Was ist eine Katastrophe? Für die Fünft- und Viertklässler der Katholischen Marienschule Potsdam ist das sehr unterschiedlich. »Für mich ist eine Katastrophe ein Tsunami«, sagt etwa Jakob. Für Mila ist es »ein Stromausfall – und eine Überschwemmung.« Und Ferdinand stellt fest: »Wenn ein Haus einstürzt. Oder ein Asteroid einschlägt.« Auch Szenarien wie Waldbrand, Herzinfarkt, Corona, Erdbeben oder »wenn man keine Luft mehr bekommt« werden von den Schulkindern genannt.
15 Kinder haben sich an diesem Mittag im »Lern- und Denkraum« der Schule versammelt, um während der Hortzeit an einem freiwilligen Kurs zum Katastrophenschutz der Malteser teilzunehmen. »Erstens, weil meine Mama gesagt hat, dass das cool ist«, sagt etwa Mara, neun Jahre alt. »Und zweitens, weil ich’s auch spannend finde.«
Die Kinder liegen im Trend: Erst im Juni legte Bundesinnenminister Dobrindt einen neuen Pakt zum Bevölkerungsschutz vor, der vorsieht, Zivil- und Katastrophenschutz auch im Lehrplan zu verankern. Hintergrund für das Vorhaben sind unter anderem die gewachsene Bedrohung durch Russland sowie Gefahren durch Naturkatastrophen.
Ist so ein Schulfach eine gute Idee? »Auf jeden Fall«, findet Marianne Filler, 63 Jahre alt. Sie leitet die Ausbildung der hauptund ehrenamtlichen Helfer der Malteser in den Regionen Nordost und Nordwest. »So ein Schulfach führt Kinder schon frühzeitig an eine Katastrophe heran und bereitet sie darauf vor. Es sensibilisiert für wirkliche Notlagen – und zeigt ihnen auch, dass etwa ein Krach mit der besten Freundin nicht dazugehört.«
Außerdem stehe das Thema in direktem Zusammenhang mit Erster Hilfe: »Auch die Bereitschaft, Erste Hilfe zu leisten, ist hierzulande verbesserungswürdig«, sagt Filler. »In Deutschland wissen nicht einmal die Hälfte der Menschen, wie sie eine Wiederbelebung starten müssten. In Skandinavien sind es dagegen 80 Prozent.« Bei Kindern, die Erste Hilfe in der Schule lernen, bestehe zudem die Chance, dass sie zu Hause mit ihren Eltern darüber sprechen – und auch deren Interesse für das Thema wecken. [...]
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