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Wie ist das mit der Vergebung?
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Elternhaus
ZWILLINGE

Herausforderung oder Glück mal zwei?

Herausforderung oder Glück mal zwei?
Frisch Eltern geworden? Und dann noch mit Zwillingen? Eine Herausforderung. Denn man muss sich um alles doppelt kümmern. Und trotzdem ist es doppeltes Glück.
Fotos: Andrija Nikolic/iStock (CoArt)
»Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen Zwillinge!« Für viele werdende Eltern ist dieser Satz eine Überraschung, denn schließlich rechnen sie nicht unbedingt damit, dass bei einer Schwangerschaft gleich zwei kleine Menschlein heranwachsen. Welche Herausforderungen damit einhergehen, erzählt Familie Herzog.

Als der Frauenarzt die ungewöhnliche Neuigkeit vor 18 Jahren verkündete, sei sie »schockiert« gewesen, erinnert sich Mama Andrea. In ihrem Kopf sei die bange Frage gekreist, was da wohl auf sie zukomme. Papa Norbert sah es etwas entspannter, »vermutlich weil ich es nicht wirklich realisiert habe«. Als sich die Zwillingsschwangerschaft verfestigte, sei die Vorbereitung auf zwei Kinder Normalität geworden. Und zu den rationalen Überlegungen kam bald das Bewusstsein, »dass Zwillinge etwas ganz Besonderes und Schönes sind«, so Andrea.

Mehrlingsgeburten sind in Deutschland in den letzten Jahrzehnten häufiger geworden. So hat sich der Anteil laut Statistischem Bundesamt von 1980 bis 2020 mehr als verdoppelt, im Jahr 2019 war jedes 27. Kind ein Mehrlingskind. Unabhängig davon stellt die Geburt von Zwillingen die gesamte Familie auf den Kopf: Statt einem Kind brauchen gleich zwei Liebe und Aufmerksamkeit, müssen ausgestattet, gefüttert und gefördert werden – und sind dabei eigenständige Persönlichkeiten.

Weil sich Zwillinge bereits im Mutterleib Gesellschaft leisten, sind sie sich oft auch im späteren Leben sehr nahe. »Der Bruder war von Anfang an ein beliebter Spielpartner«, berichten die Herzogs, und auch der Übergang in Kita und Schule sei den beiden heute 17-jährigen Jungs deutlich leichter gefallen als manchem Altersgenossen. Konkurrenzkämpfe und Rivalität habe es kaum gegeben. Eher umgekehrt: »Beiden war von Anfang an klar, dass Spielsachen immer für beide da sind«, so Andrea.

In der Tat führt das zwangsläufige Beisammensein mit einem gleichaltrigen Gegenüber dazu, dass die Kids wichtige soziale Kompetenzen rascher erlernen. Zwillinge lernen früh zu teilen, Rücksicht zu nehmen, Konflikte auszuhandeln und gemeinsam Lösungen zu finden. Eine finnische Studie von Richard Rose aus dem Jahr 2003 bestätigt, dass »eine Zwillingsbeziehung ein positives Entwicklungsumfeld für sozioemotionale Verhaltensweisen darstellt«. [...]
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