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KRIEG

Wenn Mama oder Papa Soldaten sind

Wenn Mama oder Papa Soldaten sind
Kindern zu erklären was Krieg ist und warum Papa da jetzt hin muss, ist nicht einfach. Und trotzdem sollte man in der Familie darüber reden.
Foto: standret/iStock
Zwischen Bundeswehr und Elternrolle: Mit seinen Kindern über den Krieg zu reden, ist nicht leicht – erst recht nicht für Soldaten. Durch die Ereignisse weltweit und den Ukrainekrieg fragen sich auch viele deutsche Soldaten, was passiert, wenn auch sie in den Krieg ziehen müssen. Auch humanitäre Einsätze Kindern zu erklären ist nicht einfach. Ein Militärseelsorger und zwei Betroffene erzählen, warum man trotzdem off en reden sollte.

Mama, Papa, was ist Krieg? Eine kurze Frage, die sich im Licht weltweiter Konflikte sicher viele Kinder stellen – deren Beantwortung Eltern aber oft schwerfallen dürfte. Besonders denen, die als Soldaten im Ernstfall selbst betroffen wären. Wie man in einer solchen Situation mit Sohn oder Tochter über Krieg und die Angst vor dem Tod sprechen kann, berichten die Bundeswehrsoldaten Alex und Karl sowie der Kieler Militärseelsorger Thomas Pinzer.

Pinzer, der als Priester Soldaten in allen Lebenslagen berät, beobachtet, dass immer mehr von ihnen sich seit Beginn des Ukrainekrieges um die Zukunft sorgen. »In den Gesprächen äußern Soldaten die Angst, ob sie in Zukunft überhaupt nach Hause kommen«, so der katholische Geistliche. Er nehme eine wachsende Nervosität wahr. »Ich frage mich schon manchmal, wie die Leute das aushalten. Doch die gehen trotz allem mit einer unheimlichen Routine ans Werk.«

Für Hauptmann Alex gehört zu einer solchen Routine, seine Familie immer in seinen Dienst mit einzubinden. »Meine Kinder kennen das von klein auf. Wir sind eine Soldatenfamilie«, sagt der Mann, der in seinen 15 Jahren bei der Bundeswehr unter anderem im Auslands einsatz in Jordanien war. »Ein Einsatz in einem Krisengebiet ist etwas anderes als ein Truppenübungsplatz. Meine Kinder wollten wissen, was ich da unten mache.«

Es sei wichtig, die Sorgen der Kinder nicht zu ignorieren und ihnen ehrlich zu erklären, wie und warum man seinen Dienst ableistet. »Schönreden bringt am wenigsten. Es hilft, Kindern beizubringen, warum man etwas tut und was passieren kann.« Kinder müssten sich ernstgenommen fühlen, statt von ihren Eltern »in Zuckerwatte gepackt zu werden«, wie der Offizier sagt. Dazu gehöre auch, über den Tod zu sprechen, schon von Berufs wegen. »Soldat sein ist kein Job wie jeder andere. Wir können uns mit zivilen Arbeitgebern vergleichen, aber am Ende tragen wir eine Uniform und Waffen.« [...]
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