Katholisches Sonntagsblatt - Das Magazin der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ihr Glücksgriff zur Herbst - Zwei Erwachsene und ein Kind lesen das Katholische Sonntagblatt
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Wie ist das mit der Vergebung?
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Elternhaus
ELTERN IN TRAUER

»Was für einen Trost soll es denn für uns geben?«

»Was für einen Trost soll es denn für uns geben?«
Foto: mortotion/Adobe Stock
Das wird schon wieder werden.« Eine Phrase, die man in schweren Zeiten oft zu hören bekommt. Doch was ist, wenn es nicht wieder wird? Für Eltern, die ein Kind verloren haben, kann die Trauer zum lebenslangen Begleiter werden. Eine solche Verzweiflung hat in der an Glück und Erfolg orientierten Gesellschaft oftmals keinen Platz. Deshalb brauchen Eltern Orte für ihre Trauer und Angebote, die helfen, diese wenigstens auszuhalten. Ein solcher Ort ist die Trauergruppe »Unsere Kinder« in Ulm.

»Bindeglied zum Leben verloren«

»Alexander ist bei Rot über die Straße gelaufen, ein Auto hat ihn erfasst. Nach drei Wochen ist er auf der Intensivstation gestorben – mit 27 Jahren.« Andreas Walthers Stimme wird brüchig. Nur mit großer Mühe bringt er den nächsten Satz hervor: »Ich habe damals nicht nur meinen Sohn, sondern auch mein Bindeglied zum Leben verloren.«

Die fünf Menschen, die mit ihm an dem großen weißen Versammlungstisch sitzen, nicken. Auf den ersten Blick haben sie nicht viel gemeinsam: Manche kommen aus Ulm und der Umgebung; eine Frau fährt über eine Stunde aus dem Allgäu an. Die Leiterin der Gruppe, Jessica Müller, ist 36 Jahre alt; Andreas Walther geht auf die 60 zu. Frank und Elke Böhm, deren Namen auf Wunsch durch die Redaktion geändert wurden, sind beide Mitte 50. Während die anderen ohne einen Partner kommen, sind sie als Paar da. Verbunden sind alle darin, dass sie eigentlich nicht hier sein wollen. Der Grund für ihr Zusammenkommen ist bitter: Alle haben ein Kind verloren. Einmal im Monat treffen sie sich als Trauergruppe »Unsere Kinder« in einem Bürgertreff in Ulm-Böfingen. Die Geschichten der anderen hätten ihn anfangs erschlagen, gibt Andreas Walther zu. Aber so wisse er, dass sie ihn wirklich verstehen. [...]
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