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| MILITÄRSEELSORGE |
DAS INTERVIEW: »Ich bin für alle Soldaten da« |
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Unter dem Motto »Teamgeist, ein Leib und viele Glieder« feiern Maike Seelhorst (re.) und Claus Wagner mit Soldatinnen und Soldaten einen Feldgottesdienst während der Fußball-WM 2026. Foto: Bundeswehr/Evert |
Eigentlich wollte Maike Seelhorst (36) in die Gemeindepastoral. Doch auf dem Katholikentag 2012 wurde die gebürtige Reutlingerin auf die Militärseelsorge aufmerksam – und fand ihren Traumjob. Heute begleitet die in Mexiko aufgewachsene Theologin Soldatinnen und Soldaten in Aachen in existenziellen Lebensfragen.
Was hat Sie dazu bewegt, Seelsorgerin zu werden?
Ich empfinde es als unglaubliches Privileg, Menschen in ihrem Leben begleiten zu dürfen. Mit all den Themen, die sie beschäftigen – von der Geburt bis zum Tod und allem, was dazwischen liegt. Ich führe gerne tiefe Gespräche und bin immer auf der Suche nach Sinn. Deshalb finde ich es eine bereichernde Aufgabe, die unterschiedlichen Lebens- und Sinnfragen von Menschen kennenlernen zu dürfen.
Welche Aufgaben haben Sie als Pastoralreferentin bei der Bundeswehr?
Das ist zum einen die Seelsorge, die Begleitung von Soldatinnen und Soldaten in allen Lebenslagen, zu Hause, im Regeldienst und auch bei den Auslandseinsätzen. Eine ganz große Säule unserer Arbeit ist zum anderen der lebenskundliche Unterricht, eine Art ethischer Unterricht. Die Frage dort ist immer: Wie gelingt Leben? Wir erarbeiten Themen wie die Vereinbarkeit von Dienst- und Privatleben, Zugänge zur Friedens- und Konfliktethik oder aktuelle politische Ereignisse. Aber auch Kulturen und Religionen in Deutschland oder in anderen Ländern. Und: Natürlich feiere ich auch Gottesdienste. Ich unterstütze Soldatinnen und Soldaten darin, ihre eigene Religion ausüben und praktizieren zu können.
Wie begegnen Ihnen die Soldatinnen und Soldaten im Gespräch?
Sie kommen mit ihren schwersten oder innersten Lebensthemen auf mich zu. Oft mit geduckter Haltung, die Hände in der Hosentasche. Dann sage ich erst mal: »Herzlich willkommen. Wir haben eine Stunde Zeit, miteinander über alles zu sprechen. Die Türen sind geschlossen, es ist ein sicherer Raum.« Dann nehmen sie Platz und wir reden über das eine oder das andere. Allermeistens schaffen wir es, gemeinsam ihre Ressourcen zu aktivieren. Manchmal schaffen wir es auch, zusammen zu lachen. Die Soldaten gehen oft ganz anders wieder raus – aufgerichtet und mit einem Lächeln im Gesicht. Ich erlebe sie nach den Gesprächen dankbar für das offene Ohr der Militärseelsorge. [...]
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