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Wie ist das mit der Vergebung?
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Glaubensland
DAS INTERVIEW MIT WEIHBISCHOFS MATTHÄUS KARRER

»Ehrenamtliche sind keine Lückenbüßer«

»Ehrenamtliche sind keine Lückenbüßer«
»Wir dürfen nicht zuerst von der Institution her denken, also welche Aufgaben man als Kirche hat, sondern sagen: Unter ›unserem‹ Dach, in unserem Rahmen könnt ihr eure Begabungen leben«, betont Weihbischof Matthäus Karrer.
Foto: KNA
Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Arbeitshilfe zur Weiterentwicklung des Ehrenamts veröffentlicht. Das 62-seitige Dokument mit dem Titel »Engagement als Zukunftskraft für Kirche und Gesellschaft« wurde unter Leitung des Rottenburger Weihbischofs Matthäus Karrer (57) erstellt. Im Interview erläuterte er, was ehrenamtliches Engagement bremst und was es fördert.

Herr Weihbischof, hatten Sie schon mal in Ihrem Leben ein Ehrenamt inne?
Ja, in der katholischen Jugendarbeit als Jugendleiter und Oberministrant. Ich war auch aktiv in Vereinen in meiner Allgäuer Heimat, wie zum Beispiel im Skisport und bei der freiwilligen Feuerwehr. 

Wird die Kirche der Zukunft stärker eine Kirche von Ehrenamtlichen sein?
Das Leben der Kirche wird immer schon vom Engagement aller Getauften getragen. Damit ist klar, dass die Ehrenamtlichen nicht nur die Helfenden der Hauptamtlichen und des Pfarrers sind. 

Da ist noch einiges zu tun …

Die Ehrenamtlichen sind Hoffnungsträger, nicht Lückenbüßer! 

Wie viele Ehrenamtliche sind in der katholischen Kirche in Deutschland ungefähr tätig? Der Deutsche Caritasverband spricht für seinen Bereich von rund 500 000 ehrenamtlichen freiwilligen Mitarbeitern bei 25 000 Einrichtungen und Diensten.
Grundsätzlich ist es sehr erfreulich, dass die Zahl der ehrenamtlich Engagierten in den letzten Jahren gewachsen oder zumindest stabil geblieben ist. Dabei engagieren sich 61 Prozent der kirchlich-religiös orientierten Menschen ehrenamtlich. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die große Mehrheit außerhalb ihrer Kirchengemeinden, in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen engagiert. Aus diesem Grund lässt sich das Engagement schwer in Zahlen fassen. Die letzten Erhebungen, wie zum Beispiel die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, zeigen, dass sich rund 45 Prozent der Katholiken in Kirche und Gesellschaft ehrenamtlich engagieren. Oft sind es ja immer dieselben Personen, die sich einbringen. Wie kann man diesen Mechanismus durchbrechen und Leute ansprechen, mit denen man sonst in der Kirche nicht in Berührung kommt? In einigen Diözesen etablierte sich in den vergangenen Jahren das Berufsbild der Engagement- und Ehrenamtsentwickler. Aus dem Erzbistum Köln berichtete eine Ehrenamtsentwicklerin, dass sie in einem Raum, der unentgeltlich auch Gruppen aus der Stadtgesellschaft zur Verfügung gestellt wird, per Aushang nach Ordnern für den Martinsumzug gesucht hat. Es haben sich Leute eingetragen, die kirchlich gar nicht gebunden sind. Es geht also darum, die Kirche als einen offenen Raum des Engagements zu verstehen.  [...]
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