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Wie ist das mit der Vergebung?
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Glaubensland
SYMPOSION

Höchste Zeit, an Gott zu denken

Höchste Zeit, an Gott zu denken
25 Jahre nach seiner Ernennung zum Kurienkardinal wurde in Stuttgart gefeiert: Walter Kasper in der Akademie Stuttgart- Hohenheim.
Foto: KNA
Kardinal Kasper sieht eine »Gotteskrise« in Europa. Und Kurienkardinal Koch macht in einem Leben ohne Gott etliche Gefahren aus. Beide sprachen bei der Tagung »Gott in der Welt von heute« der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Am Anfang stand ein Eingeständnis der eigenen Mühsal: »Mit diesem Vortrag habe ich mich so schwergetan wie mit keinem anderen vorher«, sagte Kardinal Walter Kasper in Stuttgart. Über »Gott in der Welt von heute« zu sprechen, sei ein weites Feld. Doch dann wurde der 93-Jährige, der viel in der Welt herumgekommen ist und einst Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen war, recht schnell konkret.

Kasper warnte die katholische Kirche in Deutschland davor, andere Teile der Weltkirche mit Reformvorschlägen zu belehren. Man dürfe sich nicht arrogant verhalten oder die Marschrichtung angeben wollen, sagte Kasper. »Das wäre die beste Methode, sich unbeliebt zu machen in der Welt.« Ratschläge nach dem Motto »Wir sagen, wie es weitergeht« akzeptiere heute keiner mehr, sagte der emeritierte Kurienkardinal. Die Ortskirchen sollten die »Einheit der einen Kirche« beachten, sonst gebe es Anarchie.

Mit Blick auf die hiesige Kirche stellte er fest: »In Deutschland stecken wir momentan in einer tiefen Krise.« Kasper kritisierte einen »Pessimismus und Skeptizismus, der in Deutschland so üblich geworden ist«. In Afrika dagegen wachse das Christentum. Inzwischen gebe es mehr Katholiken in Afrika als in ganz Europa, wo eine »Gotteskrise « herrsche. »Diese Krise ist ein Sonderweg Europas.«

Er forderte, die Verkündigung des Gottesglaubens ins Zentrum der kirchlichen Arbeit zu rücken. Mit Blick auf die Aufklärung im 18. Jahrhundert – also jener Bewegung, die die Vernunft in den Mittelpunkt rückte – sagte Kasper: »Es ist eine Aufklärung der Aufklärung nötig und schon im Gange.« Gerade in Frankreich, dem Land der Aufklärung, gebe es derzeit christliche Aufbrüche.  [...]
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