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Glaubensland
PETER HÜNERMANN

Ein Theologe mit Wirkung

Ein Theologe mit Wirkung
Ein großer Theologe, der sich stets für Reformen einsetzte: Peter Hünermann verstarb im Alter von 96 Jahren.
Foto: KNA
Er gehörte zu den prägenden katholischen Theologen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Kurz vor Weihnachten ist Peter Hünermann, der lange in Tübingen lehrte, mit 96 Jahren gestorben. Er hinterlässt eine Mahnung zu Kirchenreformen.

Hünermann gehörte zu den prägenden katholischen Theologen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) und in den darauffolgenden Jahrzehnten bis in die Gegenwart. Noch im September 2025 – also 60 Jahre nach dem Zweiten Vatikanum – mahnte Hünermann umfassende Reformen in der katholischen Kirche an und bezeichnete den Ausschluss von Frauen von Leitungs- und Weiheämtern als »Skandal«.

Von 1982 bis zu seiner Emeritierung 1997 war Hünermann Professor für katholische Dogmatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Zum 70. Geburtstag bescheinigte ihm der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, ein »vielbeachtetes theologisches Werk«. Hünermann stehe für eine fundierte und weltoffene katholische Dogmatik. 1989 wurde Hünermann zum Gründungspräsidenten der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie gewählt.

Wer Hünermann zu seinem 95. Geburtstag am Telefon erreichte, erlebte einen hellwachen Zeitgenossen. Auf die Frage, wie es ihm gehe, sagte er damals lachend: »Mir geht es eigentlich unverschämt gut.« Mit »Seilspringen am Morgen« konnte er sich lange fit halten. Bis ins hohe Alter mischte er sich in tagesaktuelle Fragen ein.

Der Katholischen Nachrichten- Agentur sagte Hünermann 2024: »Die Kirche befindet sich in einer massiven Krise, weil der Glaube an Gott in der Öffentlichkeit nicht mehr genug sichtbar wird.« Es gebe »eine Menge Reformbedarf«. Eine Weihe von Diakoninnen sei überfällig. Er sehe keine sachlichen oder dogmatischen Gründe, die dagegensprächen.

Angesichts des Missbrauchsskandals rief Hünermann im Oktober 2022 die Weltkirche zu einem öffentlichen Schuldeingeständnis auf.  [...]
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