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Kirchen als Impulsgeber |
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Das ökumenische Spitzengespräch bildete den Auftakt zum 75-jährigen Jubiläum der Akademie der Diözese. Mit dabei: Michael Seewald, Klaus Krämer, Moderatorin Elisabeth Zoll, Winfried Kretschmann, Ernst-Wilhelm Gohl und Akademiedirektor Johannes Frühbauer (v. li.). Foto: pm/Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart |
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in der Akademie der Diözese mit Bischof Klaus Krämer und Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl über eine zukunftsfähige Kirche diskutiert. Einleitend hielt Dogmatik-Professor Michael Seewald den Vortrag »Anschluss verloren? Wie die Zukunft der Kirchen in Gesellschaften der Zukunft gelingt«.
Unter dem Titel »Anschluss verloren? Wie die Zukunft der Kirchen in Gesellschaften der Zukunft gelingt« bildete das ökumenische Spitzengespräch den Auftakt zum 75-jährigen Jubiläum, das die diözesane Akademie in Stuttgart-Hohenheim 2026 feiert.
Eigentlich müssten sich die Kirchen am wenigsten Sorgen um die Zukunft machen, erklärte Kretschmann vor dem Horizont der fundamentalen christlichen Zukunftshoffnung und sagte: »Solange Christen Salz der Erde und Licht der Welt sind, werden sie wirksam bleiben«. Die großen biblischen Metaphern von der Vertreibung aus dem Paradies oder der Arche Noah seien immer noch kulturprägend und die bundesdeutsche Verfassung sei »durch und durch christlich imprägniert«. Gerade in Zeiten fundamentaler Umbrüche könnten die Kirchen ihre Stärke dadurch zeigen, dass sie einen »klaren Kompass an Grundwerten und Grundüberzeugungen« und eine »Relevanz in existenziellen Situationen« bieten. Und auch »religiös unmusikalische« Menschen im Sinne des jüngst verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas könnten »das offene Ohr und die stützende Hand der Seelsorge« erfahren.
Der Katholik Winfried Kretschmann kritisierte die schleppende Resonanz des Synodalen Weges im Vatikan und bemängelte eine Haltung von »mehr Dekret als Dialog« und eine »Verwechslung von Hierarchie und Monarchie«. Eindrücklich plädierte der Ministerpräsident für eine »sehr ernsthafte Art des Miteinander-Sprechens im Sinne des Dialogs als Durch-Sprechen«. Sein Fazit: »In Zeiten großer Umbrüche und Verunsicherung braucht es Kirchen, die die Menschen als Impulsgeber begleiten: Mit einem klaren Wertekompass, als Anwälte für Freiheit, Gleichheit und Rechte, für Toleranz und Frieden. Und mit einer Haltung, die Respekt und Vertrauen auch selber lebt. Als Raum der Nähe und Begegnung werden Kirchen für unsere Gesellschaft, Demokratie und Politik bedeutsam und bewahren sich so eine gute Zukunft.« [...]
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