Katholisches Sonntagsblatt - Das Magazin der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ihr Glücksgriff zur Herbst - Zwei Erwachsene und ein Kind lesen das Katholische Sonntagblatt
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Wie ist das mit der Vergebung?
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Titelthema
Musik und Glaube

Hilft mir Musik beim Glauben?

Hilft mir Musik beim Glauben?
Kirchenchöre pflegen ein wertvolles Kulturgut, transportieren Glaubensinhalte mit allen Sinnen und stiften über ihre Einsätze in Gottesdiensten hinaus Gemeinschaft in Kirche und Gesellschaft.
Foto: KNA
Unaufhaltsam hat sich die Musik über die Jahrhunderte als fester Bestandteil in unsere Liturgie eingeschrieben – in ihren Anfängen nur vokal, später mit instrumentaler Begleitung – und längst hat sie sich im Gottesdienst zu einem wesentlichen liturgischen Element aktiver Beteiligung der Feiernden entwickelt. In beinahe jeder Kirche gibt es eine Orgel oder ein Tasteninstrument, mit dem der Gemeindegesang begleitet und solistisch oder im Zusammenspiel mit weiteren Instrumenten Gottesdienste, Trauerfeiern, Hochzeiten und Festmessen gestaltet werden.

Ob zuhörend oder aktiv musizierend, ob in der Liturgie oder im Konzert erklingend – der Mensch wird durch Musik mit mehr Sinnen berührt als durch das Wort. Aber welche Bedeutung hat die Kirchenmusik für Glaubende? Und was kann sie für diejenigen sein, die hadern, zweifeln und von Sorgen und Ängsten niedergedrückt sind? Kann die Musik beim Glauben helfen? Kann Musik in herausfordernden Zeiten Kraft und Hoffnung schenken?

Schon früh ist die Glaubensgeschichte der Christen mit Musik verbunden. Wurzeln aus vorchristlicher Zeit sind eindrücklich im Buch der Psalmen im Alten Testament überliefert. Als musikalisches Gebet finden sich da Lobgesang wie etwa in Psalm 95 »Kommt, lasst uns jubeln dem Herrn, jauchzen dem Fels unseres Heils!« ebenso wie Bitten um Hilfe und Rettung »Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie«, wie es in Psalm 28 heißt, oder »Gott, komm mir zu Hilfe, Herr eile mir zu helfen!«, wie Psalm 70 beginnt.

Seit jeher bot die Bibel mit ihren verschiedenartigen Texten den Komponisten für die unterschiedlichsten Vokalwerke eine reiche Grundlage. Gerade die Psalmen – schlicht vertont wie in den gregorianischen Chorälen oder stimmenreich in den doppelchörig angelegten Werken der drei großen deutschen Meister des 17. Jahrhunderts Schütz, Schein und Scheidt, und in der Romantik etwa von Mendelssohn Bartholdy – sind bis heute ungebrochen beliebte Texte für geistliche Lieder und haben sogar in die Popmusik Einzug gehalten. »By the Rivers of Babylon« (An den Flüssen von Babylon, Psalm 137), das Ende der 1970er-Jahre durch die deutsche Disco-Gruppe Boney M. bekannt wurde, war lange Zeit die meistverkaufte Produktion der deutschen Musikindustrie. [...]
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