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| Titelthema |
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| GOTT BLEIBT VERLÄSSLICH |
Worauf ist noch Verlass? |
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Bin ich eigentlich noch der, der ich früher einmal war? Unser Dasein unterliegt einem ständigen Wandel und der Endlichkeit. Dabei geht Gott alle Wege mit – darauf ist Verlass! Foto: PeopleImages/iStock |
In der vergangenen Ausgabe haben wir mit Kindern gefragt »Wie ist denn der liebe Gott?« Dabei sind wir ihren Vorstellungen und Gottesbildern nachgegangen. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und beschäft igen uns als Erwachsene mit der Frage: Bleibt Gott eigentlich immer gleich? Ist er stets derselbe? Oder machen wir nicht alle die Erfahrung: Mal ist er da – beglückend, dann scheinbar wieder abwesend – irritierend? Worauf ist also Verlass? »Nichts verstöre dich. / Nichts erschrecke dich. / Alles vergeht. / Gott bleibt derselbe«, hat schon Teresa von Ávila gebetet. Sie selbst hat also ein Auf und Ab in der Beziehung zu Gott erlebt. Doch bevor wir nach Gott fragen: Bleiben wir erst mal bei uns selbst – vor der eigenen Haustür!
Alle Fragen nach (einem) Gott sind ja hausgemacht, sie haben mit unserer eigenen Not und Sehnsucht zu tun. Bin ich denn stets derselbe? Bin ich einig mit mir und für andere? Ja und nein. Seit Jahr und Tag trage ich denselben Namen. Von der Geburtsurkunde bis zum Totenschein bin ich abrufbar derselbe. Zugleich aber unterliegt mein Dasein einem ständigen Wandel, biologisch und psychisch, im Verhältnis zu mir und zu anderen. Ständig darf und muss ich mich verlassen, und das wortwörtlich seit der Zeugung und Geburt.
Ich bin auf andere und anderes angewiesen, ich bin bedürftig der Zu-Wendung und Er-Gänzung. Sonst käme es wie in Bert Brechts Geschichte von Herrn Keuner zum erschreckten Aufwachen: »O, Sie haben sich gar nicht verändert«, hört der sagen – »und erbleichte«. Sich nicht ändern, das hieße, sich selbst versäumen und das Leben, Stillstand und Tod schon jetzt. Kurzum: Leben heißt sich Wandeln, deshalb ist vom Abenteuer die Rede, von der Lust auf Neues, von Geschehen und Geschichte(n).
Zugleich: Ich kann mir im Wege stehen, ich kann gegen mich selber leben und mich kaputt machen, und andere auch. Ja, wir können und dürfen etwas aus uns (und allem) machen, hoffentlich zum Guten und Besseren. Freilich gehört zu dieser Art Leben auch der Schmerz der Endlichkeit: Unsere Zeit ist befristet, alles ist vergänglich. Und es gehört leider auch die Macht des Bösen dazu, vor allem in Gestalt von Mittelmäßigkeit und Faulheit. Sind wir stets dieselben? Ja und nein also. Wir sind und werden erst. Und wir können uns versäumen und verfehlen. Alles kommt darauf an, dass wir uns selbst treu werden und bleiben! Nur wer sich ändert, bleibt sich, nein wird sich treu! Aber wer bin ich denn – und du? Finden wir nicht in uns selbst diesen ständigen Lockruf »Über uns hinaus«? [...]
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