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aktuelle Doppelausgabe 36-37/2026 |
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| Titelthema |
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| Kinder und Gottesbild |
»Wie ist denn der liebe Gott?« |
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Symbolkarten sind eine schnelle und einfache Methode, mit Kindern über Gott ins Gespräch zu kommen. Bilder können helfen, Beschreibungen für Gott zu finden, was gerade bei Kindern hilfreich ist, die noch versuchen zu begreifen, was nicht einfach zu erklären ist. Foto: KNA |
Warum lebe ich eigentlich? Warum bin ich gerade ich? Woher kommt die Welt? Warum gibt es die Angst? Werde ich glücklich sein? Warum führen Menschen Krieg? Warum müssen Menschen sterben? Was geschieht nach dem Tod? Wenn ich sterbe, werde ich dann aus dem gezogen, der ich bin? Wird es irgendwann keine Menschen auf der Erde geben? Warum stelle ich überhaupt Fragen? Wenn wir Kindern den Raum für Fragen öffnen, erscheinen uns ihre Fragen – schon früh gestellt und von Jahr zu Jahr intensiver – grenzenlos und tiefgehend. In ihnen spiegeln sich die großen Themen der Menschheit. Doch fragen Kinder auch nach Gott, und wie stellen sie sich Gott vor?
Es ist schon so: die Fragen sind es, / aus denen das, was bleibt, entsteht. / Denkt an die Frage jenes Kindes: / Was tut der Wind, wenn er nicht weht?« Es ist, wie Erich Kästner es auf den Punkt bringt: Die Fragen und das Fragen haben in sich schon einen unverzichtbaren Wert oder in den Worten eines Kindes: Wer fragt, weiß schon etwas! Aus den Fragen entsteht das, was bleibt und wirklich zählt. Ohne Fragen gäbe es keine Entwicklung, kein Interesse an der Welt, kein Fortschritt und keine Werte, kein gelingendes und sinnvolles Leben, kein Zweifel und kein Vertrauen, kein Staunen und kein Geheimnis und damit auch keine Religion und kein Glaube, keine Anwesenheit und Verborgenheit des Geheimnisses Gott.
Nach fast vier Jahrzehnten der Erfahrungen mit Kindern – beruflich vor allem im Religionsunterricht – stelle ich erstaunt und erfreut fest: Auch in Zeiten großer gesellschaftlicher Skepsis beziehungsweise Ablehnung gegenüber Religion und Glaube sind Kinder als Weltneulinge auch intensive Gottsucher! Zum einen stehen ihre Fragen oft indirekt im Zusammenhang mit wesentlichen Themen der Theologie: die Welt als Schöpfung, das Ich und die Seele, der Sinn und das Gute im Leben, der Tod und das Danach, das Leid und Gott. Zum anderen stellen sie Gott direkt Fragen, die unter die Haut gehen: Hat Gott wirklich die Welt erschaffen? Wo ist Gott, wenn Menschen sterben? Wohin führt mich mein Weg? Wie sieht Gott aus? Wieso hat Gott Glück erfunden? Warum lässt Gott das Leid zu? Wohnt Gott im Himmel oder in meinem Herzen?
Was Kindern wie allen Menschen beim Fragen und Suchen nach Gott hilft, sind Bilder und Symbole. Denn dem Geheimnis Gott können wir uns letztlich nur in Sprachbildern nähern, die Gott umkreisen, also näher kommen, aber nie Gott abbilden. Die Unähnlichkeit unserer Bilder zu Gott ist dabei immer größer als die Ähnlichkeit. Doch wenn wir Kindern Bilder anbieten, wecken wir Bilder in ihnen. So bringen sie ihre Fragen und Vorstellungen von Gott zur Sprache. Angesichts einer Sammlung von Symbol-Bildern forderten wir Kinder auf: Suche dir ein Bild aus, das für dich etwas von Gott zeigt oder besser noch: mit dem du anderen etwas von Gott erzählen kannst! [...]
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