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| Titelthema |
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| Geschwister |
Was wären wir ohne Geschwister? |
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Die Sauerkirschen sind reif und Sibylle Burkhardt (Mitte) hat einen leckeren Kuchen daraus gebacken. Ihre Geschwister Johanna Merk und Albert Schanz sind zum Kaffee bei ihr zu Hause eingeladen. Die drei wohnen in derselben Region und sehen sich regelmäßig. Foto: Schad |
Es ist nicht immer leicht mit ihnen, aber für die meisten sind sie doch eine große Bereicherung: Geschwister. Was verbindet Menschen miteinander, die gemeinsam aufgewachsen sind? Wo finden sie – Jahrzehnte später – noch ihre Schnittmengen, auch wenn sie schon lange aus ihrem Heimatort weggezogen sind und ihre eigenen Familien gegründet haben? Was nervt sie am anderen und was schätzen sie aneinander? Sibylle Burkhardt (63) und Albert Schanz (60) aus Bollingen sowie Johanna Merk (62) aus Mähringen (beide Orte befinden sich nahe Dornstadt im Alb-Donau-Kreis) haben sich diesen Fragen gestellt und dabei viele schöne Erinnerungen wiederentdeckt.
Frau Burkhardt, Frau Merk und Herr Schanz, ist es schön, Geschwister zu haben?
Burkhardt: Ja. Es heißt ja immer, Freunde kann man sich aussuchen, die Verwandtschaft nicht. Ich bin mit meinen Geschwistern aber sehr zufrieden. Schanz: Mir hat es gefallen, mit zwei Schwestern aufzuwachsen und jemanden zum Streiten zu haben. Das war gut und wichtig. Zudem habe ich als Jüngster – beispielsweise was das Ausgehen anging – durchaus von meinen älteren Schwestern profitiert.
Merk: Ich spüre vor allem in den letzten Jahren, da wir alle älter werden, wie schön es ist, wenn die Familie zusammenkommt. Familie ist einfach Familie. Früher, in der Landwirtschaft meiner Eltern, war mein Bruder als Bub neben uns Mädchen schon etwas Besonderes. Aber das hat mich nie gestört. Unsere Eltern hatten eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft und wir haben von klein auf helfen müssen. Das war manchmal nervig, hat uns aber auch viel gebracht.
Wie und wo sind Sie aufgewachsen?
Burkhardt: Wir sind hier in Bollingen auf einem Bauernhof aufgewachsen. Wir hatten einen Gemüsegarten und im Obstgarten hinter dem Haus konnten wir uns mit anderen Kindern zum Spielen treffen. Die Küche war der Ort, an dem wir immer zusammengefunden haben. Es war herrlich, wenn ein Sonntagsbraten in dem alten Holzofen war und die ganze Küche danach geduftet hat.
Schanz: Unser Vater kommt aus dem Schwarzwald, also nicht aus den Dörfern rund um Bollingen. Das war damals schon etwas Besonderes. 1970 wurde unser Haus modernisiert und wir haben ein neues Bad mit hellblauen Fliesen bekommen. 2005 haben unsere Eltern die aktive Landwirtschaft mit Viehbestand aufgegeben und das Haus wurde in ein Zweifamilienhaus umgebaut. Bis 2017 habe ich mit meiner Familie in der Wohnung im oberen Stock gelebt, bevor wie in unser neugebautes Haus umgezogen sind. Unsere Eltern haben in der unteren Wohnung gelebt. 2017 und 2019 sind sie dann verstorben. [...]
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