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| Titelthema |
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| Die Zehn Gebote |
Die Zehn Gebote – Weg in die Freiheit |
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Das Gesetz mit den Zehn Geboten, das Mose am Sinai empfangen hat, bildet eine zeitlose Orientierungshilfe und eine moralische Wegweisung für ein gelingendes Zusammenleben der Menschen. Foto: Michael Derrer Fuchs/iStock |
Manche Menschen verwechseln Freiheit mit Willkür. Sie nehmen sich ungeniert, was sie brauchen: Menschen, Länder, Firmen, Gelder, Inseln … Sie merken nicht, dass sie ihren ungeordneten Begierden nachgeben und sich und andere dauerhaft ins Unglück stürzen. Stellen Sie sich vor: ein Leben ohne Regeln, ohne Konventionen, ohne verbindliche und verlässliche Vereinbarungen, ohne Sanktionen für das, was Menschen tun oder unterlassen. Es würde zum Chaos, zum Untergang für die Schwachen und Wehrlosen und stürzte die Welt in die Anarchie. Deshalb hat Gott den Menschen eine Richtschnur an die Hand gegeben, wie sie gut miteinander leben und auskommen können: den »Dekalog« oder die Zehn Gebote. Wie sind sie im einzelnen zu verstehen und umzusetzen? Taugen sie überhaupt noch in der heutigen Zeit? Wir gehen diesen Fragen in einer neuen Serie nach. Doch zuerst geht es um Grundsätzliches …
Der moderne Mensch kommt ohne Gott offenkundig ganz gut zurecht. Und manchmal fragt er spöttisch: »Wo ist nun dein Gott? Ich kann ihn nicht sehen!« Eine Antwort auf diese Frage könnte sein: »Wo ist er nicht? Er hat seinen Willen in den Zehn An-Geboten zu einem glücklichen und gelingenden Leben verbrieft, aber nicht alle Menschen kümmern sich darum. Sie gebieten ihrer endlosen Gier keinen Einhalt. Und deshalb ist unsere Welt so, wie sie eben ist: schön, aber auch sehr zerbrechlich. Und sie ist auch überaus komplex und unübersichtlich geworden.
Da bildet das mosaische Gesetz vom Sinai mit den Zehn Worten eine zeitlose Orientierungshilfe, eine moralische Wegweisung für den Menschen, der sich nach einem aufrechten, solidarischen und in Summe auch sehr glücklichen und leidensfähigen Leben in guter Gemeinschaft sehnt. Freiheit, wie sie Israel nach langer Knechtschaft in Ägypten errungen hat und wie sie der moderne Mensch lebt, braucht in der Tat eine regelbasierte Ordnung. Dafür garantieren die biblischen Weisungen des Mose.
Jedes Buch hat sein Vorwort, seine Präambel. In der Bibel lautet die Einleitung zum Verständnis der Zehn Gebote: »Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus« (Ex 20,1). Das hebräische Zehnwort fußt also auf der Erfahrung der Befreiung durch IHWH (Jahwe). Israel wurde durch die Hand des Mose aus dem Gefangenenhaus Ägyptens befreit und trockenen Fußes durch das gespaltene Meer geführt. [...]
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