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aktuelle Doppelausgabe 31-32/2026 |
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| Titelthema |
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| Persönlichkeit stärken |
Der Seele Gutes tun |
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Körperliche Einschränkungen und Erkrankungen sieht man sofort. Für leibliches Wohl ist immer gesorgt, aber was ist mit dem seelischen Leid? Das wird oft nicht ernstgenommen – manchmal bis es sogar wieder körperlich wird. Deshalb ist es kein »Egotrip«, wenn man sich um sich selbst kümmert. Foto: Joseantona/Adobe Stock |
Oft heißt es »Für das körperliche Wohl ist gesorgt«. Bei diesem Satz weiß jeder Bescheid, dass es Getränke oder sogar auch eine Kleinigkeit zu Essen gibt. Damit werden vor allem die in erster Linie wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen abgedeckt. Wir müssen nicht um die Befriedung von Durst oder Hunger bangen. Aber was ist mit unseren seelischen Bedürfnissen? Wann haben wir uns etwa das letzte Mal etwas Gutes getan? Viele Menschen stellen ihre eigenen Bedürfnisse immer hinten an. Dabei ist das nie ein guter Weg. Wir können dadurch in Selbstzweifel fallen und handeln nur noch fremdbestimmt. Doch wenn wir Wohlbefinden an erste Stelle stellen, dann können wir laut unserem Autor und Theologen Josef Epp unserem Mitmenschen und auch Gott (wieder) näherkommen. Dafür braucht es laut Epp nur ein paar Momente der Aufmerksamkeit.
An der Wand der Parkgarage des Kurhauses Bad Wörishofen begrüßte mich auf dem Weg zu einer Veranstaltung ein Zitat von Pfarrer Kneipp: »Vergesst mir die Seele nicht!« Obwohl aus dem 19. Jahrhundert stammend, veranlasste mich der Satz, den Beginn meines Vortrags spontan abzuändern. Er beschäftigte mich.
Die Seele scheint vielfach vergessen zu sein, sie ist so wenig greifbar und schwer zu identifizieren. Der großen Chirurg Ferdinand Sauerbruch soll gesagt haben, er hätte Tausende von Brustkörben geöffnet und sei nie einer Seele begegnet. Eine derartige Suche ist offensichtlich eine Sackgasse. Doch wenn erfahrene Lieblosigkeit einen Menschen in düstere Gedanken treibt oder ein Erfolgserlebnis ein Kind aufbaut und motiviert, bekommen wir eine Ahnung von der Vielschichtigkeit des Menschen. Der viel strapazierte Begriff von der Ganzheitlichkeit bleibt oft unscharf und weist doch den Weg: Wir Menschen sind Geist und Materie, Stoffwechsel und Gedankenkraft, Leib und Seele.
Körperliches Wohlgefühl bedingt seelische Ausgeglichenheit, seelisches Leid verkörpert sich. Wir müssen die Seele nicht kompliziert definieren. Wir erfahren sie: als Kraftquelle und Innerstes unserer Person und in ihrer Verletzlichkeit. Die Befunde im Gesundheitswesen sind eindeutig. Der Anteil psychischer Erkrankungen nimmt seit Jahren enorm zu. [...]
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