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archivierte Ausgabe 30/2025
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Titelthema |
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VOLLE MOSCHEEN – LEERE KIRCHEN |
Volle Moscheen – leere Kirchen? |
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Für Karl-Josef Kuschel ist an den leeren
Kirchenbänken nicht das Erstarken
des Islam schuld, sondern die
zunehmende Gleichgültigkeit der
christlichen Mehrheitsgesellschaft. Foto: privat |
Die Moscheen sind voll und die Kirchen leer. Den Eindruck haben viele Menschen und fragen sich, woran das liegt. Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel ist in einem Vortrag, den er zu Beginn des Jahres bei einer ökumenischen Kirchenveranstaltung in Tuttlingen gehalten hat, dieser Frage auf den Grund gegangen. Er ist emeritierter Professor der katholischtheologischen Fakultät der Uni Tübingen und beschäft igt sich besonders mit interreligiösem Dialog. Im Interview erläutert er seine eigene Antwort auf die Frage nach den leeren Kirchenbänken.
Herr Prof. Dr. Kuschel, Sie haben im Januar einen Vortrag zum Thema »Volle Moscheen – leere Kirchen? Zur ›religiösen Situation‹ unserer Zeit« gehalten. Warum haben Sie ein Fragezeichen hinter den ersten Teil des Titels gesetzt? Sind die Kirchen doch voll?
Nein, das Fragezeichen habe ich verwendet, weil der Vortrag nicht auf exakten statistischen Erhebungen beruht, sondern ein Gefühl ausdrückt. Denn der Dualismus – leere Kirchen, volle Moscheen – irritiert viele, weil sie spüren, da ist etwas dran. Weil es sich um ein weitverbreitetes Gefühl handelt, muss man dazu Stellung nehmen, wenn es einem mit dem Faktor Religion in unserer Gesellschaft ernst ist. Unabweisbar ist nun einmal, dass die muslimischen Gottesdienste sehr gut besucht sind, während bei den beiden Kirchen die Mitgliedschaften und auch die Gottesdienstbesuchszahlen immer weiter zurückgehen. Das sollte uns nicht egal sein, sondern zu selbstkritischem Nachdenken herausfordern.
Warum ist der Islam weltweit, aber auch hier in Deutschland und Europa, eine Religion, die ihre Anhänger nach wie vor begeistert, während das Christentum zwar weltweit viele begeisterte Anhänger hat, aber in Deutschland oder Westeuropa immer mehr verliert?
Der Islam ist in europäischen Ländern die Religion einer gesellschaftlichen Minderheit. Minderheiten in Mehrheitsgesellschaften entwickeln bekanntlich stärkere innere Bindungskräfte, um ihre Identität zu schützen. Das ist auch im Fall des Islam nicht nur religiös, sondern auch gesellschaftlich und psychologisch bedingt. In Mehrheitsgesellschaften verflachen die inneren Bindungen dagegen schneller. Es ist also ein großer Unterschied, ob man Teil einer gesellschaftlichen Minderheit ist oder Teil einer offen pluralistischen Gesellschaft, wo man viele Optionen hat.
Sie haben das Auftauchen des Islam in Deutschland als Herausforderung und Chance zur Selbstkritik an einem eingefahrenen Christentum bezeichnet. Was sollte sich konkret ändern?
Statt dass man in unserer Gesellschaft irritiert oder aggressiv auf das öffentliche Erstarken islamischer Gemeinschaften reagiert, sollte man sich selbstkritisch fragen, auf welche Schwundstufe der Akzeptanz wir in unserer Gesellschaft Christlichkeit und Kirchlichkeit haben herunterkommen lassen. Dass unsere Kirchen leerer geworden sind, daran sind wahrhaftig nicht die Muslime schuld. Dafür tragen ausschließlich wir in unserer Gesellschaft mit unseren Lebensgewohnheiten und Präferenzen die Verantwortung. [...]
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