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| Titelthema |
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| Kirchenmusik und Pastoral |
Sind Kirchenmusiker Seelsorger? |
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Zu Konzerten mit geistlicher Musik kommen viele Menschen in die Kirche, wie hier beim gemeinsamen Konzert der Hochschulen für Kirchenmusik Rottenburg und Tübingen im Dom St. Martin in Rottenburg am 4. Juli. Foto: pm/Günter Ludwig |
Beim Verhältnis von Kirchenmusik und Pastoral ist oft von einem jahrhundertealten Spannungsfeld die Rede. Begründet liegt das in der großen Schnittmenge der zwei Tätigkeitsfelder, in deren Mittelpunkt Gott, der Mensch und sein Glaube stehen. Und in dem Verständnis, das die Amtsträger für die Kirchenmusik haben. Sie als eigenständige pastorale Akteurin zu sehen, entspringt, laut Weihbischof Gerhard Schneider, Vorsitzender der Kommission für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dem in den letzten Jahrzehnten gewachsenen Bewusstsein für das missionarische und diakonische Potenzial der Kirchenmusik und ihre pastorale Bedeutung. Doch wie verstehen die Kirchenmusiker in unserer Diözese ihr Amt? Was ist ihr Selbstverständnis und was wünschen sie sich für die Zukunft?
»Schon die ›Evensongs‹ am vergangenen Samstag und Sonntag waren so, dass mir viele Mitfeiernde gesagt oder geschrieben haben, wie tief die Musik, die Schwingungen, die Stimmen, der gesungene Klang des Hymnus und der Psalmen, die Gebete und Meditationen, die Atmosphäre in der Kirche … sie bis ins Innerste ihrer Seele, ihrer Herzen berührt hat!« Ein starkes Feedback, das Marianne Aicher, Dekanatskirchenmusikerin im Dekanat Böblingen, Kirchenmusikerin in Herrenberg und Vorsitzende des Berufsverbandes der Kirchenmusiker/innen der Diözese Rottenburg-Stuttgart, spontan aus ihrem aktuellen Tun abruft.
Auf die Frage, ob sie sich als Kirchenmusikerin als Teil der Pastoral sieht, antwortet sie: »Zu 100 Prozent in meinem Fall!« Denn Kirchenmusik ist für sie ein Zusammenspiel von den drei großen Säulen Pastoral, Kunst und Liturgie. Genau das gebe der Kirchenmusik eine so »tief verwurzelte und dennoch so weit ausgespannte Dimension«, die in vielen einzelnen Augenblicken zum Segen für die Menschen werden könne.
Ihr Berufsalltag führt sie regelmäßig mit ganz vielen Menschen aus der Kirchengemeinde und darüber hinaus zusammen: rund 70 aktiven Kirchenchörlern, 15 Jugendlichen in der Schola, 25 Personen in der Kinder/Eltern-Sing-Gruppe, und in zwei weiteren Kinderchören zusammen 40 Kindern. Dazu kommen Musizierende in der Orff-Gruppe, Kantoren, Lektoren, Organisten und Schüler in allen Sparten – Orgel, Chorleitung, Klavier und Stimmbildung –, die pastoralen Mitarbeiter im Team und im Pfarrbüro, alle zusammen rund 30 Personen und dann noch etwa 20 Begegnungen pro Woche durch die Vernetzung in der Ökumene, mit der Stadt, den Schulen, dem Dekanat und dem Amt für Kirchenmusik. [...]
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