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| Titelthema |
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| Friedensstifter |
Dem Frieden ein Gesicht geben |
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Er warnte vor einem »dritten Weltkrieg auf Raten«: Papst Franziskus warb überall für Frieden und Dialog wie hier im Marienwallfahrtsort Madhu auf Sri Lanka. Foto: KNA |
Die Welt befindet sich in einer tiefgreifenden globalen Zeitenwende, die von wachsender Instabilität erschüttert wird. Nachrichten über aufflammende Kriege und bewaffnete Konflikte gehören mittlerweile zu unserem Alltag und führen uns die Zerbrechlichkeit der weltweiten Ordnung vor Augen. Inmitten dieser Realität gewinnt der aufrüttelnde Aufruf von Papst Leo XIV. eine brennende theologische und spirituelle Aktualität: »Gott sucht Friedensstifter.« Dieser Appell des Heiligen Vaters versteht sich als klares Mandat für ein aktives, mutiges Glaubenszeugnis. Es nimmt uns in die Pflicht, der Logik der Gewalt nicht tatenlos zuzusehen. Dieses Glaubenszeugnis fordert vielmehr dazu auf, durch Vermittlungswillen, beharrliche Diplomatie, offene Dialoge aktiv neue Wege zu beschreiten, die der Spirale der Gewalt ein Ende setzen und zu einem gerechten Frieden führen.
Die Notwendigkeit dieses Glaubenszeugnisses wird angesichts der nackten Realität der gegenwärtigen Weltlage überdeutlich. Das internationale Gefüge leidet unter einer Gleichzeitigkeit schwerer Krisen, die von zwischenstaatlichen Kriegen bis zu komplexen regionalen Konflikten reichen und täglich Opfer fordern, was die Diplomatie vor immense Herausforderungen stellt.
• Der Krieg in der Ukraine dauert mit unverminderter Härte an. Die anhaltenden Kampfhandlungen und wechselseitigen Angriffe auf strategische Infrastrukturen bergen das permanente Risiko einer unkontrollierbaren geografischen Ausweitung. • Der Nahe Osten bleibt eine der komplexesten Krisenregionen. Die Konfrontationen im Gazastreifen, die Gefechte im Libanon sowie direkte militärische Wechselwirkungen unter Einbindung des Iran zeigen, wie schnell regionale Dynamiken das globale Gefüge belasten. • Auf dem afrikanischen Kontinent fordern langjährige Krisen einen enormen humanitären Tribut. Im Sudan führt ein brutaler Machtkampf zu massiven Fluchtbewegungen, während im Osten der Demokratischen Republik Kongo Ressourcenkonflikte und ethnische Spannungen die Zivilbevölkerung destabilisieren. • In Asien prägt der anhaltende Bürgerkrieg in Myanmar das Bild. Die dortigen Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Kräften und Widerstandsgruppen haben das Land in eine tiefe politische und ökonomische Krise gestürzt.
Die dichte Verflechtung regionaler Brandherde bedingt eine fundamentale globale Zeitenwende, wobei die Gleichzeitigkeit und Wechselwirkung der Konflikte das internationale System qualitativ verändert. Laut Konfliktforschern ist die Welt seit 1945 nicht mehr mit einer derart hohen Zahl parallel verlaufender, hochentzündlicher Kriege und Dauerkonflikte konfrontiert gewesen, was die Vorstellung einer stabilen Weltordnung als Illusion entlarvt. [...]
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