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Wer schützt Gottes Schöpfung? |
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Johannes Früh und Roswitha Früh- Kunz haben mit Engagement und Geduld aus einer Wiese einen vielfältigen Naturgarten entstehen lassen – ein Beispiel dafür, wie konkrete Ideen vor Ort etwas verändern können. Foto: jsp |
Die Sommer werden spürbar heißer, die Erde trocknet aus und selbst vertraute Landschaften verändern sich. Der Klimawandel ist längst im Alltag angekommen und wird auch die Zukunft prägen. Es stellt sich die Frage: Wie gehen die Menschen mit der Welt um, die ihnen anvertraut wurde? Für Christinnen und Christen ist sie mehr als bloße Natur, sie ist Gottes Schöpfung, Geschenk und Auftrag zugleich. Sie zu bewahren heißt, Verantwortung vor Gott und den Menschen zu übernehmen – vor allem vor denjenigen, die am meisten unter den Folgen des Klimawandels leiden. Doch was kann das konkret bedeuten? Und welche Rolle spielt die Kirche dabei?
Ein gemütlicher Gartenstuhl steht im Schatten eines Baumes neben der Kirche St. Stephanus in Schorndorf-Weiler. Wer sich hier hinsetzt, blickt auf Wildblumen, Büsche mit summenden Insekten und ein Gelände, das sich bewusst von einem gepflegten Kirchenrasen unterscheidet. Direkt vor dem Gartenstuhl hängt in einem kleinen Kästchen am Baum die Enzyklika »Laudato si’« von Papst Franziskus – eine der deutlichsten Stimmen der katholischen Kirche zum Klimaschutz und ein Text, der zum Umdenken aufruft. Im Sinne dieser Botschaft agiert das Naturgartenprojekt »Hortus St. Stephanus«, das sich auf 610 Quadratmetern neben der Kirche erstreckt.
»Wir hatten schon länger die Idee, die Wiese der Kirchengemeinde anders zu nutzen «, erzählt Johannes Früh aus Weiler, der den Garten 2023 gemeinsam mit seiner Frau Roswitha Früh-Kunz initiiert hat. Im Kirchengemeinderat stieß das Vorhaben auf Zuspruch und einige Mitglieder erklärten sich zur Mitarbeit bereit. Dass es bei dem Gartenprojekt um Nachhaltigkeit gehen und es die Biodiversität fördern sollte, sei sofort klar gewesen. »Als kurzfristiges Ziel haben wir uns vorgenommen, uns für den Franziskuspreis der Diözese 2023 zu bewerben«, sagt der 62-Jährige. »Das gab uns den Ansporn, ein Konzept und die einzelnen Arbeitsschritte konkret zu definieren.«
Nach etwas Recherche ist das Ehepaar auf das Hortus-Prinzip von Markus Gastl gestoßen, das sie als Vorbild für ihr Projekt nehmen wollten. Durch drei Zonen im Garten soll Biodiversität mit wenig Aufwand gefördert werden. Sie bestehen aus einer Pufferzone, also einer Schutzzone mit Hecken und Sträuchern, einer Hotspot- Zone, also einer Fläche mit hoher Artenvielfalt, und drittens einer Ertragszone mit Obst- und Gemüseanbau. [...]
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