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Die Liebe kennt kein Alter |
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Sie sind im Franziskus-Zentrum in Friedrichshafen schon bekannt: Regelmäßig genießen Waltraud Gasser und Richard Vonbach ihre Zweisamkeit gemeinsam auf einer Bank. Foto: Kästle |
Mai und Juni – das sind die beiden Monate, in denen sich besonders viele junge Paare das Ja-Wort geben. Doch Schmetterlinge im Bauch zu spüren und sich zu verlieben, das ist bei Weitem nicht nur etwas für junge Leute. »Wo die Liebe hinfällt …«, heißt es so schön und das stimmt: Echte Liebe hat keine Altersgrenze. Sie kann jeden »erwischen« – auch wenn die Dinge manchmal ganz anders geplant waren. Das ist ja das Schöne daran. Denn: Was wäre das Leben ohne die Liebe? Unvorstellbar, finden Marianne Kiess (76) und Peter Stieglecker (87) aus Stuttgart-Weilimdorf sowie Waltraud Gasser (81) und Richard Vonbach (82) aus Friedrichshafen.
Es war Liebe auf den ersten Blick. Waltraud Gasser erinnert sich noch gut an ihren ersten Morgen im Franziskuszentrum der Stiftung Liebenau in Friedrichhafen, an ihre Aufregung nach dem Umzug aus ihrem Haus ins Pflegeheim und an den Frühstücksraum, in dem ihr sofort ein Mann ins Auge fiel: Richard Vonbach. Ihm ging es nicht anders. Die schlanke und geschmackvoll gekleidete neue Mitbewohnerin mit den kurzen grauen Haaren und dem freundlichen Lächeln gefiel ihm auf Anhieb. Der 82-Jährige machte den ersten Schritt, sprach die »hübsche Dame« an und lud sie zu einem Spaziergang ein. Das war im Oktober 2024.
Seither sind die beiden Senioren unzertrennlich. Beide sind verwitwet – Waltraud Gassers Mann ist 2023 verstorben. Erst eine Weile nach seinem Tod hat ihre beste Freundin und heutige Betreuerin Lidija Mojzis bemerkt, dass Waltraud Gasser zunehmend Dinge vergisst und alleine gar nicht mehr zurechtkommt. Richard Vonbachs Frau ist vor vier Jahren verstorben. Das war auch bei ihm der Zeitpunkt, in dem seine Kinder feststellten, dass ihr Vater Anzeichen einer Demenz zeigt und viele Dinge nicht mehr alleine schafft.
»Hier ist es so schön, ich will hier nie wieder weg«, sagt Waltraud Gasser. Zärtlich hält sie Richard Vonbachs Hand und sieht ihn liebevoll an. Und auch der Bad Schussenrieder fühlt sich in der Pflegeeinrichtung in Friedrichshafen, das zentral direkt am See liegt, rundum wohl. »Es ist so schön, dass mein Vater hier nochmal eine Frau gefunden hat und nicht alleine ist«, freut sich Martin Vonbach. Oft schaut er abends nach der Arbeit bei seinem Vater vorbei – »er sitzt nie in seinem Zimmer«, sagt er lächelnd. »Ich muss ihn und Waltraud immer suchen. Entweder sind die beiden auf seinem oder auf ihrem Flügel unterwegs oder sie sind im Gemeinschaftsraum.« [...]
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