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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
Die Frage nach dem lieben Gott



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Titelthema

Ein Bund fürs Leben – mit Gott

Ein Bund fürs Leben – mit Gott
Die Wege hin zu einem Leben als Ordensfrau oder -mann sind sehr verschieden, ebenso wie die Entscheidung für eine bestimmte Ordensgemeinschaft.
Foto: KNA
Sie ist eine uralte Lebensform und hat in der europäischen Geschichte schon viele Höhen und Tiefen erlebt: die Entscheidung, sein Leben ganz Gott zu widmen und dafür in eine klösterliche Gemeinschaft einzutreten. Wer die Profess ablegt, sagt aber nicht nur Ja zu Gott. Ordensfrauen und -männer binden sich auch an die für ihre Gemeinschaft verfasste Ordensregel, verzichten auf persönlichen Besitz und Eigentum, auf Ehe und Familie und verpflichten sich zum Gehorsam. Die Ordenslandschaft der Diözese Rottenburg- Stuttgart ist vielfältig. Laut Diözese gibt es mehr als 60 Orden und Säkularinstitute. Doch seit Jahren geht die Zahl der Ordensleute deutschlandweit zurück. Ende 2025 gehörten bundesweit noch 11 797 Männer und Frauen einem katholischen Orden an, knapp 1000 weniger als im Jahr zuvor. Trotzdem: Was bewegt Ordensleute heute? Was nährt ihren Glauben? Warum können sie sich ein Leben ohne Gott nicht vorstellen?

Wer nach den Gründen für eine Hinwendung zu Gott und einen Eintritt ins Kloster fragt, erhält die unterschiedlichsten Antworten. Denn eines wird in den Gesprächen mit Ordensfrauen und -männern schnell klar: Es gibt keinen standardisierten Weg, keine Norm und keine logische Abfolge von Schritten, die zu der Entscheidung für ein Leben in klösterlicher Gemeinschaft führen.

Vielmehr sind es ganz unterschiedliche Ereignisse und persönliche Erfahrungen, die eine Gottesbeziehung zum Lebensthema machen – unvorhergesehen, unerwartet und meist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Für die Benediktinerin Sr. Kornelia Kreidler etwa entwickelte sich in ihren Studienjahren und dem Kontakt zu Ordensleuten so ein »roter Faden«, der irgendwann »nicht mehr zu übersehen « war und der sie dann »nicht gerade in Jubel ausbrechen ließ«. Bis sie schließlich überzeugt war, dass sie zum Ordensleben berufen ist, vergingen noch »Jahre des Ringens«.

Beim Bussenpfarrer Pater Alfred Tönnis war es ein Schicksalsschlag, der ihn zunächst »auf Distanz zur Kirche brachte«, einige Jahre später aber bei der Suche nach Antworten auf die Frage »Aus welchen Quellen können Menschen leben?« zu Gott und der Ordensgemeinschaft der Oblaten führte. Gesucht hat auch Sr. Ana Teresa Dos Santos, die als Teenager zum Buddhismus fand, nach dem Studium einen guten Job hatte und gut verdiente. »Aber mein Herz war nicht ganz erfüllt.« Sie hat sich einer Arbeitskollegin anvertraut, die sie zu einer Besinnungswoche eingeladen hat, und plötzlich »ergab alles Sinn«.  [...]
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