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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
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Titelthema
Kirche – wohin?

Wohin steuert das Kirchenschiff?

Wohin steuert das Kirchenschiff?
Das Kirchenschiff bewegt sich in unruhigem Fahrwasser und stürmischen Zeiten. Dabei kommt es nicht nur auf einen guten Steuermann oder eine gute Steuerfrau an, es sind im Hintergrund viele fleißige Hände am sicheren Navigieren beteiligt.
Foto: CasarsaGuru/iStock
Pfingsten ist das Fest eines Neuanfangs. Eine Zeit des Wartens und der Erwartung geht zu Ende. Eine Zeit des Redens und des Handelns beginnt. Nach dem Lukasevangelium und der Apostelgeschichte hat Jesus den Seinen – Männern wie Frauen – verheißen, dass Gottes Geist auf sie herabkommen wird, damit sie in die Öffentlichkeit gehen und für Gott die Stimme erheben. Dies geschah erstmals fünfzig Tage nach Ostern, am jüdischen Wochenfest. Es geschieht an jedem Pfingstfest, Jahr für Jahr – oder kann und sollte doch geschehen. Das ist die Verheißung. Und wie ist die Wirklichkeit? Klar ist, an Pfingsten wird die Kirche kräftig durchgepustet – und das ist gut so.

Zur Zeit Jesu feiern Juden das Wochenfest (Schawuot) als Fest der Bundeserneuerung: Gottes Wort inspiriert Gottes Volk; Gottes Gebot ist keine fremde Macht, die zum Gehorsam nötigt, sondern eine innere Stimme, die im Herzen von Menschen entsteht und sagt, was gut ist. Am ersten Pfingstfest sind Juden aus aller Herren Länder in Jerusalem versammelt. Sie werden zum idealen Auditorium. Sie repräsentieren die Völker der Erde, soweit sie damals schon bekannt war. Sie sind im Judentum zuhause, in dem auch die ganze Pfingstgemeinde verwurzelt ist, mit Jesus und den Aposteln.

Was passiert, ist ein doppeltes Wunder der Verständigung. Gottes Geist kommt auf alle Mitglieder der allerersten Gemeinde herab, alle können in fremden Sprachen reden (Apg 2,4), sodass alle, die zusammenströmen, sie in ihrer eigenen Muttersprache verstehen können (Apg 2,6–11). Reden, Hören und Verstehen passen zusammen. Die Inspiration hebt die Verwirrung der Sprachen auf, die nach dem Turmbau zu Babel, so der biblische Mythos (Gen 11), über die Völker hereingebrochen ist, weil sich die Menschen zu Gott hatten aufschwingen wollen. Jetzt aber ergreift Gott selbst das Wort – durch Menschen, die an Jesus glauben und die Kraft des Geistes wirken lassen.

Gott selbst kommt zur Sprache – seine »großen Taten« kommen zu Gehör (Apg 2,11). Der eine Gott ist der Gott für alle. Wenige beginnen, diesen Glauben zu bezeugen: Alle können hören, viele werden verstehen. Keine Einheitssprache entsteht, kein kirchliches Esperanto, sondern die Vielfalt der Sprachen wird in ihrem Reichtum entdeckt: weil es Übersetzungen gibt. Schon Lukas, dem Erzähler, war klar: Das ist ein ideales Bild der Kirche. So könnte, so sollte, so müsste sie sein – auch wenn sie nicht so ist und nie so war. [...]
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