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Wie ist das mit der Vergebung?
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Titelthema
Marias Loblied

Das Loblied Mariens – Impuls für unser Leben

Das Loblied Mariens – Impuls für unser Leben
Vielerorts wird die Verehrung der Gottesmutter mit Andachten und Prozessionen gefeiert wie hier bei der Lichterprozession mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter vom Kloster Weggental in Rottenburg.
Foto: Ulmer
Sie gilt als die zentrale Frauengestalt in der Bibel: Maria. Gottesgebärerin, Magd des Herrn, leidende und erduldende Mutter, Weggefährtin Jesu und Willenserfüllerin. Seit Jahrhunderten ist sie für Millionen von Menschen Fürsprecherin bei Gott. Sie wird gepriesen und gefeiert, um Hilfe angerufen und verehrt. Wallfahrtsorte wie Lourdes, Altötting oder Maria Vesperbild zeugen von der uneingeschränkt anhaltenden Hochschätzung dieser heiligen Frau. Herausragend ist ihr »Magnificat«, mit dem Maria – »eine wahrhafte Mutter aller Christen« – der Welt ein Lied geschenkt hat, das nicht nur zeitlos ist, sondern vor Lebensfreude, Entschlossenheit und Tatkraft sprüht, aber auch von Gerechtigkeit, Hoffnung und Barmherzigkeit spricht. Es lohnt, das Magnificat immer wieder zu lesen und aus ihm Impulse für das Hier und Heute zu empfangen.

Der Marienmonat Mai ist da und mit ihm die vielen Maiandachten, Prozessionen und Gesänge, die der Gottesmutter gelten. Maria ist aber nicht nur die liebliche Magd und Mutter des Herrn, wie sie gerne in der Volksfrömmigkeit verehrt wird. Ihr Magnificat im Lukasevangelium kann auch als »gefährliche Erinnerung« (J. B. Metz) einer jungen Prophetin, die unerschrocken vom Wirken Gottes spricht, verstanden werden. In seinem Kern ist es ein alttestamentlich inspirierter, im Psalmenstil verfasster Gesang. Maria besingt – wie einst Hanna, die Mutter von Samuel – Gott als ihren Retter. Seit Alexander dem Großen wurden überhebliche Herrscher oft mit dem Titel »Sotér« (Heilbringer) belegt. Doch für Christen ist Gott allein der Retter, der dem Menschen Heil bringt und vor allen Gefahren bewahrt. Diese »gefährliche Erinnerung« wird in der Zeitform des Aorists formuliert. Sie ist demnach eine schon geschehene Befreiung, wie sie die Israeliten im Schilfmeer erfuhren. In der Zeit der Militärdiktatur Argentiniens wurde das Magnificat bei schweren Strafen verboten, da es dem Regime zu bedrohlich erschien.

Maria jubelt, das ist Ausdruck ihrer unbändigen Freude. Sie will keinen blutigen Aufruhr. Eine Welt, die sich ganz auf Gott ausrichtet, schaut anders aus. Sie baut nicht auf Menschenweisheit, sie wirft sich nicht vor den Götzen wie Haben und Schein nieder, sie lebt nicht von Konsum und leeren, politischen Versprechungen. Ihre Freude gründet in Gott, in seinem Wort, in seinem Willen, der uns immer zum klugen Tun des Guten anleitet. Es geht im Magnificat jedoch nicht primär um ethisch einwandfreies Verhalten. Was wohl ganz stark aus dem lukanischen Sondergut des Canticums hervortritt, ist die ungetrübte Freude am Glauben. Sie ist viel anziehender als die Pflicht, als das Ethos. Maria frohlockt, weil sie in der verborgenen Gegenwart Gottes lebt. [...]
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