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aktuelle Doppelausgabe 36-37/2026 |
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Zwischen Himmel und Erde |
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| Beate-Maria Link, Chefredakteurin |
Nach den wiederkehrenden Hitzewellen eignet sich das angenehmere Spätsommerwetter wieder mehr zum Wandern. Wie erhebend ist bei einer Bergwanderung das Gefühl, wenn man das Gipfelkreuz erreicht hat und mit einem gigantischen Ausblick und vielleicht eine zünftigen Brotzeit belohnt wird. Natürlich werden diese Momente gern mit dem Handy festgehalten (s. Vorneweg), aber das sollte nicht das Motiv für die Tour sein.
Viel wichtiger sind das gemeinsame Unterwegssein, der Austausch von Erfahrungen, das stille Nachdenken beim Gehen, womöglich die Grenzerfahrung bei der Anstrengung und das Staunen angesichts der atemberaubenden Schöpfung. Erreicht man das Ziel, wird man oft durch ein Kreuz auf der Bergspitze an den Schöpfer erinnert – erst recht am bevorstehenden Fest Kreuzerhöhung. Ein christliches Symbol, das aber auch Andersgläubige zum Innehalten und zur Dankbarkeit einlädt.
Erschreckend ist jedoch, wenn mancherorts dieses Symbol fehlt, weil es aus der Verankerung gerissen und vom Berg geworfen wurde. So geschehen am Pico de Aneto in den Pyrenäen – bereits zweimal in diesem Jahr. Ein Landschaftsgärtner und leidenschaftlicher Alpinist hatte nach dem ersten Frevel ein neues Kreuz geschnitzt und mit einem Freund hochgetragen – ein Aufstieg von 15 Stunden. Dabei bezeichnet sich der junge Mann nicht mal als gläubig. »Es gibt auf vielen Gipfeln ein Kreuz, es ist wie ein Leuchtturm auf offener See«, sagte er einer Zeitung.
Auch in Spanien hatte ein laizistischer Verein 2025 eine Kampagne gestartet, um Kreuze von den Gipfeln des Landes zu entfernen. In Italien kämpft die Union der Atheisten und Agnostiker schon länger gegen christliche Symbole in den Bergen. In den bayerischen Alpen war vor einigen Jahren ein Gipfelkreuzsäger unterwegs, und auch das Zugspitzkreuz wird immer wieder beklebt. An Gipfelkreuzen in den Dolomiten fanden sich Schilder mit der Botschaft: »Die schlechte Nachricht ist die Präsenz der Religionen, die gute ist, dass du sie nicht brauchst.« [...]
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