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Brücken bauen statt einreißen |
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| Manuela Kaczmarek, Redakteurin |
Bei zwei Ereignissen im Jahr werden plötzliche alle zu Fußballfans – auch die, die es »unterm Jahr« meist nicht sind. Es geht um die Fußball Europaund Weltmeisterschaft. Zu diesen Großereignissen werden wieder die in der Abstellkammer gelagerten schwarz-rot-goldenen Girlanden und Fahnen herausgeholt. »Wir sind der zwölfte Mann« ist bei Fans die Devise. Das Public-Viewing, also das gemeinsame Schauen der Spiele im Freien, lässt Menschen aufeinander treffen, die sich sonst nie begegnet wären. Bekanntschaften, sogar Freundschaften können entstehen, es beginnt wieder dieses große Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl.
Doch bei dieser WM ist alles etwas anders. Kritiker von Fifa und allgemeine Fußballverweigerer gab es schon immer, dieses Jahr steht aber genau ein Problem im Vordergrund, warum die Kritiker noch mehr geworden sind und sogar namenhafte Mannschaften wie Italien sich freuen, nicht bei der WM spielen zu müssen. Der Grund: eines der drei Austragungsländer, die USA – und vor allem deren Präsident und seine Politik. Seine Einwanderungspolitik und die Verstöße gegen Menschenrechte stehen besonders bei dieser WM in der Kritik. Mittlerweile gab es sogar schon Fälle von Einreiseverbote, die Schiedsrichter und sogar Spieler betroffen haben, ebenso wie zahlreiche Fans, die nicht ins Land gelassen wurden.
Die Kritik ist durchaus berechtigt und auch das Boykottieren vom Schauen und Mitmachen bei diesem ganzen Großereignis halten viele für sinnvoll. Aber was bringt das? Ist es nicht sinnvoller, eher das große Ganze in den Blick zu nehmen. Das, was so ein Ereignis ausmacht? [...]
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