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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
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Wir müssen reden!

Jana Prochazka, Volontärin
Jana Prochazka, Volontärin
Gisèle Pelicot, Jeffrey Epstein, Collien Fernandes – derzeit scheint es kaum möglich, am Thema Gewalt gegen Frauen vorbeizukommen. Und das ist auch gut so. Denn diese Fälle machen eine bedrückende Realität sichtbar. Gewalt gegen Frauen nimmt zu: sowohl digitale als auch sexualisierte und häusliche Gewalt. Das zeigt das Lagebild des Bundeskriminalamts. Jede zweite Frau in Deutschland wurde bereits sexuell belästigt. Und eines eint die meisten (mutmaßlichen) Täter. Es sind fast immer Männer.

Für Aufsehen sorgte kürzlich die Aussage des Kriminalbeamten Dirk Peglow im ZDF, es sei für Frauen statistisch gesehen »sicherer«, keine Beziehung mit einem Mann einzugehen. Natürlich ist das eine zugespitzte Formulierung. Dirk Peglow sagte, er wollte darauf aufmerksam machen, dass Deutschland ein »ernstes Problem mit Männern hat, die Frauen nicht respektieren und Gewalt in Beziehungen ausüben«. 

Die Zahlen sprechen für sich, auch wenn nur ein Bruchteil der Taten angezeigt wird, wie die Dunkelfeldstudie der Bundesregierung zeigt. Alle zwei bis drei Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, beinahe täglich gibt es entsprechende Versuche. Auch bei anderen Gewaltformen sind die Täter meist keine fremden Gesichter auf der dunklen Straße, sondern Männer aus dem eigenen Umfeld: Partner, Väter, Verwandte, Bekannte. Femizide sind dabei die äußerste Eskalationsstufe. Gewalt beginnt aber schon viel früher. Etwa bei sexistischen Witzen oder abwertenden Kommentaren über das Aussehen. In Situationen, in denen Frauen sexualisiert oder erniedrigt werden. Wo solche Grenzüberschreitungen schweigend hingenommen oder lachend ermutigt werden, wächst der Nährboden für noch mehr Gewalt gegen Frauen.

Hinzu kommt, dass etwa queere Menschen und Frauen mit Migrationsgeschichte besonders häufig Opfer von Gewalt werden. Hautfarbe, Herkunft, soziale Lage oder Behinderung können das Risiko erhöhen und den Zugang zu Hilfe erschweren. [...]
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