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| ZEHN GEBOTE (10) Du willst, was du hast |
»Seid zufrieden mit dem, was ihr habt« |
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Wer zufrieden ist mit dem, was er hat, lebt im Einklang mit sich und der Welt. Dafür braucht es keine großen Besitztümer. Foto: Frazao Studio Latino/iStock |
Ein griechischer Philosoph hat einmal gesagt: »Zufriedenheit ist eine unbezwingbare Festung.« Man könnte fortsetzen, dass es über die Zufriedenheit hinaus keine Steigerung mehr gibt. Wer sich darin übt, widersteht den Anfechtungen des Neides, der immer mehr von uns verlangt. Menschliche Bindungen scheitern, wie auch am Beispiel von Kain und Abel (Gen 4,1 ff.) deutlich wird, am Abfall von Gott und am neidvollen Vergleich. Weil der andere etwas hat, das ich nicht habe, muss ich das auch bekommen – wenn es sein muss, mit Gewalt.
Demgegenüber steht die Philosophie der weisen Menschen: Du bist zufrieden mit dem, was du hast. Zahlreich sind die Dinge, die du entbehren kannst. Wer so lebt, ist bescheiden, einfach und sehr dankbar. Er findet immer Grund zur Dankbarkeit, ihm fehlt es an nichts. »Geh mir nur ein wenig aus der Sonne«, soll der Philosoph Diogenes, in seinem Fasse sitzend, dem erfolgreichen Herrscher Alexander dem Großen gesagt haben. Das war sein einziger Wunsch, als Alexander ihn fragte: »Was kann ich für dich tun?«
Tatsächlich lässt sich der Trieb des Begehrens wirtschaftlich bestens vermarkten. Wenn Geiz »geil« ist und Neid modern, dann erzeugt dies immerzu einen neuen Anreiz, nach diesem oder jenem zu verlangen, das man genau genommen gar nicht wirklich braucht. Die Bibel weiß um dieses Faktum: Das zehnte Gebot betrifft die Herzensabsicht: Woran hängt mein Herz? Jesus sagt dazu im Matthäusevangelium:
»Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz« (Mt 6,21). Der Evangelist weiß, dass die Schätze dieser Welt ausnahmslos alle der Vergänglichkeit, dem Verfall, der Zerstörung oder dem Diebstahl unterworfen sind. Nur dort, wo wir Gott suchen, finden wir Bleibendes, das uns dauerhaft froh und glücklich macht.
Die Gier des Menschen ist unersättlich. Wenn wir sie nicht vernunftbegründet steuern, macht sie mit uns, was sie, beziehungsweise die Werbeindustrie, will. Wir sind dazu fähig, unsere Leidenschaften zu ordnen und zu steuern, das gilt auch für die Tugenden wie etwa die Kardinaltugend der Mäßigung. Im Buch Kohelet heißt es: »Wer das Geld liebt, bekommt vom Geld nie genug; wer den Luxus liebt, hat nie genug Einnahmen – auch das ist Windhauch. Süß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er wenig oder viel zu essen hat. Dem Reichen raubt sein voller Bauch die Ruhe des Schlafs« (Koh 5,9.11). [...]
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