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Brauchtum zur Wertevermittlung |
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Schon Kinder können lernen zu Teilen. Egal ob es die Straßenkreide, das Kuscheltier oder die Süßigkeiten sind. Der Martinstag zeigt uns sogar besonders gut, wie Teilen geht. Foto: SDI Productions/iStock |
Am 11. November ist es wieder so weit: In Kindergärten und Gemeinden gehen Kinder und Eltern mit Laternen singend durch die Straße. Es ist der Festtag des heiligen Martin. Was ließ den Bischof von Tours zu einem der beliebtesten Heiligen der Christenheit und sogar zum Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden? Und warum ist er bis heute ein leuchtendes Vorbild?
Die Martinsumzüge in Stadt und Land erinnern an diesen großen Menschen: Hunderte von Kirchen tragen allein in Deutschland den Namen St. Martin, ebenso karitative Einrichtungen wie Senioren- oder Pflegeheime, auch Pilger- und Wanderwege und natürlich zahlreiche Kindergärten. Schon deswegen ist der heilige Martin bei vielen Kindern bekannt und beliebt.
Und was hat es mit den Laternenumzügen, dem Pferd und dem roten Mantel auf sich? Zunächst: Ein grundlegend wichtiger Wert war für Martin das Teilen. Die Heiligenlegende erzählt, dass Martin vor über 1700 Jahren im heutigen Ungarn geboren wurde. Er hatte das Christentum als Kind in Italien kennengelernt, war jedoch nicht getauft. Mit 15 wurde er Soldat, da sein Vater römischer Offizier war. Es heißt, dass Martin bei seinen Kameraden wegen seiner Hilfsbereitschaft und seiner Bescheidenheit beliebt war.
Berühmt wurde er, weil er beim Vorbeireiten vor den Toren der französischen Stadt Amiens seinen roten Soldatenmantel mit einem Bettler teilte. Dieser musste nun nicht mehr frieren und durfte, weil er jetzt bekleidet war, in die Stadt hineingehen. In der darauffolgenden Nacht ist Martin Jesus in Gestalt dieses Bettlers im Traum erschienen. Das hat ihn so bewegt, dass er sich taufen ließ und Christ wurde.
Martin verließ die Armee und gründete ein Kloster. Immer mehr Menschen suchten seinen Rat. Als in Tours ein neuer Bischof gebraucht wurde, drängte ihn die Bevölkerung so lange, bis er das Amt annahm. Auch als Bischof blieb er bescheiden: Er lebte in einer einfachen Klosterzelle, bereiste sein Bistum und setzte sich besonders für Arme, Rechtlose und Menschen ohne Fürsprecher ein, übrigens auch für die Rechte von Kindern. Daher werden heute rund um das Sankt-Martins-Fest viele Hilfsprojekte durchgeführt – besonders auch für Kinder.
In vielen Kindergärten und Grundschulen spielen Mädchen und Jungen jedes Jahr die Szene mit der Mantelteilung nach. Sie nehmen die Rolle des Heiligen und des Bettlers ein, um die Geschichte ins Heute zu holen. Bei vielen Martinsumzügen reitet ein als Soldat gekleideter Mensch mit, der den Heiligen darstellt. Oft wird dann beim Martinsfeuer auch die Szene am Stadttor nachgespielt. [...]
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