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| ERNTEDANK |
»Wir achten auf uns Anvertrautes« |
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Vielerorts beginnt oder begann schon die Apfelernte. Der Apfel steht für viele als Symbol des Herbstes und der Ernte. Dadurch steht er unter anderem für die Bewahrung der Schöpfung Gottes. Foto: StefaNikolic/iStock |
Durch die ständige Verfübarkeit von fast jedem Lebensmittel im Supermarkt geht oft mals das Fest zu Erntedank unter. Zum Glück sagt der Name des Festes schon aus, worum es eigentlich gehen sollte: Wir sollen Dank für die Ernte sagen. Darüber hinaus sollten wir das Fest zum Anlass nehmen, mit unseren Kindern genauer hinzuschauen und auch Verantwortung für die Schöpfung Gottes zu übernehmen.
Erntedank. Na klar, kennen wir – das Fest des Herbstes und der Erntekrone, Körbe voller Kartoffeln und leuchtend orange Kürbisse. Dazu ein, zwei Liedklassiker wie »Danke für diesen guten Morgen« und »Laudato Si« und fertig ist das fröhliche Dankfest zum Einstieg in den Oktober.
Doch Erntedank ist mehr. Und Erntedank hat deutlich mehr Potenzial. Nach dem trockenen Hitzesommer und Waldbränden in ganz Europa wird deutlich, wie verletzlich unsere Welt ist und wie sehr wir alle vom Klimawandel und der fortschreitenden Zerstörung der Erde betroffen sind. Nicht nur in unerträglich heißen Klassenzimmern, sondern durch Wassermangel, schlechte Ernten und immer teurer werdende Lebensmittel. Erntedank könnte deshalb gerade heute vor einem Comeback stehen. Denn es macht klar, wie wichtig es ist, auf unsere Welt zu achten und Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur ein Mal im Jahr, sondern tagein, tagaus.
Das Fest, das traditionell am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird, lädt dazu ein, wieder genauer und bewusster hinzuschauen. Wie das gehen kann, macht die Erzdiözese Freiburg vor. Dort steht im Jahr 2026 der Apfel im Zentrum der Erntedankgottesdienste. An Erntedank gehe es um das, »was im Alltag oft selbstverständlich erscheint: um das, was wächst und uns nährt, um die Menschen, die dafür arbeiten – und um unsere Verantwortung für die Schöpfung.« Das Beispiel des Apfels zeigt, welch großes Geschenk die Früchte der Natur sind und wie eng die »Wunderwelt des Apfels« mit dem Menschen zusammenhängt.
Apfelbäume liefern nicht nur ein gesundes Obst, das seit Jahrtausenden in unzähligen Sorten den Speiseplan des Menschen bereichert, gerade Streuobstwiesen sind ein Musterbeispiel für ein ganzes Netz an Beziehungen, für Biodiversität, Ökologie und Nachhaltigkeit: Die Bäume schützen den Boden vor Erosion und halten das Wasser. Im Licht- und Schattenspiel der Blätter leben unzählige Tier- und Pflanzenarten. Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge nutzen das reichhaltige Nektarangebot von Schlüsselblume, Löwenzahn, Margerite und Co. und bestäuben ganz nebenbei die Blüten. Käfer, Florfliegen und Heuschrecken finden auf den Wiesen ein abwechslungsreiches Habitat und stehen wiederum selbst auf dem Speiseplan zahlreicher Vogelarten; sogar Fledermäuse fühlen sich in den Höhlen älterer Bäume wohl. [...]
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