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Elternhaus
SCHLECHTE NOTEN

»Noten machen einen Menschen nicht aus«

»Noten machen einen Menschen nicht aus«
Eine schlechte Klassenarbeit bekommen? Das ist für viele Schülerinnen und Schüler enttäuschend. Ein schlechtes Zeugnis kann die Versetzung kosten.
Foto: skynesher/iStock
Wird es noch eine Vier in Mathe? Die Zeugnisse stehen vor der Tür. »Lehrerschmidt«, vielen Schülern und Eltern von Matheerklärvideos auf Youtube bekannt, sagt, dass auch Lehrer nicht gern schlechte Noten geben.

Noch ein paar Tage – und dann hat man es wieder schwarz auf weiß. Ob man Mathe kann, wie man sich in Kunst schlägt und dass man in Englisch vielleicht nur Bahnhof versteht: Die Zeugnisse für dieses Schuljahr werden vergeben. Kinder und Eltern sehen diesem Tag möglicherweise skeptisch, manchmal auch besorgt entgegen. Doch wie fühlt sich die Notengebung eigentlich für Lehrer und Lehrerinnen an?

Kai Schmidt ist Mathelehrer – und außerdem Youtube-Star: Seinen Kanal »Lehrerschmidt« konsultieren viele Schüler und auch Eltern, wenn sie dem Nachwuchs etwa Bruchrechnen, Dreisatz oder Kurvendiskussion erklären sollen und die eigenen Mathekenntnisse der Auffrischung bedürfen. Schmidt hat rund 2,3 Millionen Follower; 1600 Videos gibt es auf seinem Kanal.

Im analogen Leben ist Schmidt Schulleiter an einer Oberschule in Uelsen in Niedersachsen. Im Fach Mathematik gebe es bei ihm »schon regelmäßig Fünfer« auf dem Zeugnis, erzählt er. Eine Sechs sei allerdings die absolute Ausnahme, werde eigentlich nur bei konsequenter Abwesenheit vergeben. »Wenn ich so überlege, musste ich eine Sechs vielleicht zweimal in 16 Jahren geben«, sagt er.

Wie geht es ihm damit – kann er nachts schlafen nach schlechter Notengebung? »Das ist eine interessante Frage«, sagt der Lehrer. »Ja, ich kann nachts schlafen, allerdings wäre es auch gelogen, wenn ich sagen würde, dass schlechte Noten mich nicht berühren.« Gerade in der Pubertät passiere in der Mathematik auch viel auf der Beziehungsebene. »Manchmal muss man erst einen Zugang zu den Kindern finden, bevor man inhaltlich starten kann. Und wenn man einen guten Weg gefunden hat, dann klappt es auch mit den Zahlen.« [...]
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