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| Glaubensland |
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| GEFÄNGNISSEELSORGER |
»Ernstfall christlicher Hoffnung« |
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Bei seiner Arbeit in der Jugendvollzugsanstalt Ravensburg ist Gefängnisseelsorger Georg Gebhard selbst den ganzen Tag »hinter Gitter«. Foto: Julia Gaul |
Es ist ein für viele Menschen unbekannter Ort, an dem der Theologe Georg Gebhard arbeitet: die Jugendvollzugsanstalt Ravensburg. Als Gefängnisseelsorger ist er dort täglich im Einsatz und Ansprechperson für alle Inhaftierten. Dabei sind die Tage voller Überraschungen und auch berührender Momente.
Es ist kurz vor acht Uhr morgens, als Georg Gebhard an der Pforte der Jugendvollzugsanstalt (JVA) Ravensburg ankommt. Ein Beamter der Torwache lässt ihn durch den Mitarbeitereingang herein. Der erste Weg führt ihn in einen nur mit einem Chip zu öffnenden Nebenraum. Hier endet das Draußen.
Der Gefängnisseelsorger legt sein Handy in ein Schließfach und greift nach dem, was drinnen notwendig ist: ein Schlüsselbund und die PNA, eine persönliche Notrufanlage, ein kleines schwarzes Telefon mit Alarmknopf. Beides hängt wenig später an seinem Gürtel.
Mit einem metallischen Klicken schließt sich eine weitere Tür hinter ihm und er tritt hinaus auf den kahlen Innenhof. Schritte hallen über den Beton. Auf der anderen Seite liegt der Mitarbeitertrakt. Noch eine Tür, noch ein Schloss. »Man gewöhnt sich daran«, meint Gebhard, »aber sie erinnern einen jeden Tag daran, wo man ist.«
Seit 2020 arbeitet Georg Gebhard hier als Seelsorger. Über 500 Männer sind in der JVA Ravensburg inhaftiert. Er kennt viele ihrer Geschichten, ihrer Stimmen und Gesichter. Manche nur flüchtig, andere über Jahre hinweg. Sein Seelsorgeraum, der auch als Büro fungiert, liegt mitten in einer Abteilung mit rund 40 Inhaftierten: in der Mitte ein Gesprächstisch, seitlich der Schreibtisch mit Blick hinaus ins Freie, hinter den Gitterstäben. Im großen Schrank an der Wand sind allerlei Dinge wie Lesebrillen, Bücher und Tabak – auch Bibeln in allen erdenklichen Sprachen – und ein Stapel Anträge. Die Gefangenen müssen schriftlich beantragen, wenn sie mit ihm sprechen wollen.
Gebhard teil sich die Arbeit mit seinem evangelischen Kollegen auf. Sie gehen die Namen durch, sprechen sich ab, damit nichts doppelt bearbeitet wird. Die Gefangenen können sich wünschen, mit wem von beiden sie sprechen möchten. Manchmal steht auf einem Antrag aber nur: »Gespräch dringend.« Oft geht es auch um einen konkreten Wunsch: ein Telefonat, Unterstützung bei einem Brief, Begleitung in einer Trauerphase. [...]
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