Katholisches Sonntagsblatt - Das Magazin der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ihr Glücksgriff zur Herbst - Zwei Erwachsene und ein Kind lesen das Katholische Sonntagblatt
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Zwei Jungen und dem Schriftzug: Wie ist das mit der Vergebung?

Wie ist das mit der Vergebung?
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Glaubensland
Wertschätzung (2): als Gefühl und Erfahrungsbilanz

»Bei dir geht’s mir gut« – bleibt das auch so?

»Bei dir geht’s mir gut« – bleibt das auch so?
Jeder Mensch – ob Kind oder Senior – ist darauf angewiesen, dass ein anderer ihn wertvoll findet.
Foto: stocksnap/pixabay
»Wertes Publikum« – »Ein Gruß an die werte Frau Gemahlin!« – »Werte Gäste!« Wir alle kennen diese Grußformeln, bei denen das Wort »wert« im Sinne von »wertvoll« verwendet wird. Es ist eine schöne Anrede – doch wann ist ein Mensch für uns eigentlich wertvoll? Wenn wir Nachbarn haben, sind uns bestimmt nicht alle gleichermaßen »lieb und wert«. Manchen stehen wir vielleicht gleichgültig gegenüber, manche können wir möglicherweise nicht ausstehen und sind froh, wenn wir sie nicht sehen.

Doch es gibt – hoffentlich! – auch jene Nachbarsleute, denen wir gern begegnen, mit denen wir uns mit Freuden unterhalten und möglicherweise hin und wieder gemütlich zusammensitzen. Alle wohnen, räumlich gesehen, ganz in unserer Nähe, doch beileibe nicht alle stehen unserem Herzen gleich nahe. Mit »Herz« meine ich: vorwiegend vom Gefühl her, nicht von Verstand und Überlegung bestimmt. Wie aber entstehen in uns Gefühle der Zuneigung oder Verbundenheit, mit anderen Worten: Gefühle der Wertschätzung?

Etwas vereinfacht ausgedrückt: immer dann, wenn unser Gegenüber etwas »an sich hat«, was unseren Bedürfnissen entgegenkommt. Diese Bedürfnisse sind bei allen Menschen erstaunlich ähnlich. Zum einen schätzen wir Menschen, die uns ganz praktisch unterstützen, uns Vorteile aller Art bieten. Sei es, dass sie uns bei anfallenden Problemen helfen, uns in Notlagen spontan zur Seite stehen oder uns schlicht beschenken. Zum anderen schätzen wir Menschen, denen wir vertrauen können, denn sie geben uns das Gefühl der Geborgenheit und die Hoffnung, auch in schweren Zeiten nicht auf uns allein gestellt zu sein, sondern Freud und Leid teilen zu können. [...]
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