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Wie ist das mit der Vergebung?
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Glaubensland
Wechseljahre (3): Die Krise geht weiter

Das Leben bleibt bewegt

Das Leben bleibt bewegt
Foto: Rainer Sturm/pixelio
Sie ist der Mensch, der sie nie werden wollte. Irgendwie steht sie wie nicht dazu gehörend daneben, wenn Gleichaltrige auf Geburtstagspartys von der kleinen Pension am Montmartre schwärmen oder die Namen »Auckland«, »Singapur«, »Reykjavik – da macht Quentin Tarantino Urlaub« wie Karten in einem Spiel, dessen Regeln sie nicht kennt, gegeneinander ausspielen. Sie war schon wieder im Schwarzwald – noch nicht mal richtig wandern, eher genussvoll spazieren.

»Ausgehen und flirten ist mein Lebenselixier. Und das mach ich auch noch mit 60. Oder 80!«, hat sie gern erzählt, als sie 50 wurde. Jetzt, mit 57, ist ihr diese Lust zwar nicht ganz abhanden gekommen, aber sie ist doch ein bisschen versickert. Obendrein hat sie festgestellt, dass sie äußerlich, aber auch in manchen Einstellungen ihren Eltern immer ähnlicher wird – und es macht ihr gar nichts mehr aus, es beruhigt sie sogar. Mit 50 hätte sie nie damit gerechnet, sich so zu entwickeln. Sie hatte sogar ein Coaching zur künftigen Lebensgestaltung gemacht: Aufbruch und Aktivität, sich nicht abschieben lassen – das war ihr wichtig gewesen. Vieles ist jedoch anders gekommen als geplant.

Die Krise der Lebensmitte ist nicht die letzte! Die Entwicklungspsychologie hatte einst das Aufgabenheft der einzelnen Lebensabschnitte ab der Lebensmitte zugeklappt. Auf der Schwelle zum Alter sollten Menschen ihre Identität entwickelt haben oder – so die Alternative – »verzweifeln«. Im heute an Jahren reicher und vielfältiger gewordenen Alter stehen dagegen neue Aufgaben und Krisen bevor: durch eine plötzliche Krankheit, durch Pflegebedürftigkeit der Eltern oder des Partners, durch das Ausscheiden aus dem Beruf und später, wenn einstmals »junge Alte« entdecken, dass sie müde und langsam werden. [...]
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