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Wie ist das mit der Vergebung?
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Glaubensland
Ehe-Experte Erhard Scholl über zu viel Druck in der Arbeitswelt

»Stress ohne Ende ist Gift für die Beziehung«

»Stress ohne Ende ist Gift für die Beziehung«
»Das Arbeitsleben in den vergangenen Jahrzehnten ist hektischer und ›totaler‹ geworden. Damit kommen viele nicht mehr zurecht und verlieren die Balance – irgendwann bricht die Seele dann zusammen«, warnt Lebensberater Erhard Scholl.
Foto: KNA
Immer flexibler, immer schneller, immer kränker? Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Erkrankungen wie etwa Burnout ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Die Statistiken müssten bei Unternehmen alle Alarmglocken schrillen lassen, meint der Schweinfurter Psychologe Erhard Scholl. Der Vorsitzende des Bundesverbands Katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberaterinnen und -berater warnt vor den Auswirkungen auf das Beziehungsleben und fordert eine familienfreundlichere Arbeitskultur.

Herr Scholl, Stress und Erschöpfung bei Berufstätigen nehmen zu – ist das auch Ihre Erfahrung als Ehe- und Lebensberater?

Absolut. Die Symptome haben zugenommen. In einigen Branchen sogar extrem wie im Pflege- und Gesundheitsbereich, aber auch in der Industrie und den meisten anderen Berufsfeldern ist das Arbeitsleben in den vergangenen Jahrzehnten hektischer und »totaler« geworden. Damit kommen viele nicht mehr zurecht und verlieren die Balance – irgendwann bricht die Seele dann zusammen.

Was hat sich konkret verändert?

Da ist zum einen die ständige Erreichbarkeit durch Handys und E-Mails, die es früher nicht gab. In vielen Unternehmen wird ab einer bestimmten Ebene erwartet, dass man auch in der Freizeit zur Verfügung steht. Privates und Berufliches gehen wie selbstverständlich ineinander über, richtig abschalten kann man dann nie. Zweitens sind der Konkurrenz- und Kostendruck in der globalisierten Wirtschaft gewachsen. [...]
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