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| Titelthema |
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| DIE KIRCHE BLEIBT IM DORF |
Die Kirche bleibt im Dorf |
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In Massenbachhausen finden im neuen Gemeindehaus direkt bei der Kirche eine Menge neuer Veranstaltungen statt. Foto: pm/Achim Terhoeven |
Kirchen sind markante Gebäude, die ihre Umgebung prägen. Nicht selten wurden sie zum zentralen Ort eines Dorfes oder eines ganzen Stadtteils. Besonders eindrücklich sind bis heute Kirchtürme, die über die Dächer der umliegenden Bauten hinausragen und als weithin sichtbares Zeichen für Glaube und Glaubensgemeinschaft stehen – manche seit Jahrhunderten. Mit dem in der Diözese laufenden Prozess »Kirche der Zukunft« gerät die vertraute Gewissheit, die Kirche ist sichtbare Orientierung und sicherer Glaubensort, ins Wanken. Mitunter trüben Szenarien von verschlossenen Kirchen oder gar einem Abriss die Gedanken. Dem gilt es das entgegenzuhalten, was Gelingendes in den letzten Jahren umgesetzt werden konnte. Die Notwendigkeit für Veränderung ist allgegenwärtig, ebenso wie die aktive Beteiligung der Kirchengemeinden bei der Gestaltung zukunftsfähiger Räume. Und das ist gut so. Denn gerade dort, wo Bewegung und Wandel erfolgen, ist der Glaube lebendig und die Kirche bleibt mitten im Dorf und im Stadtteil.
Anfang 2025 hatten Bischof Klaus Krämer und der Diözesanrat – das oberste Leitungsgremium mit gewählten Vertretern aus der ganzen Diözese – den Entwicklungsprozess »Kirche der Zukunft« gestartet. Ziel ist es, den veränderten pastoralen Anforderungen gerecht zu werden, die rückläufigen Finanz- und Personalressourcen zukunftsfähig zu verwenden und pastorales Personal und Ehrenamtliche von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. In der Architektur dieses großen Prozesses bildet die »Seelsorge in neuen Strukturen« das zentrale Projekt, um das herum sich die weiteren Themen reihen, wie die Finanzplanung, die Digitalisierung und als umfangreicher Baustein das Projekt »Räume für eine Kirche der Zukunft«. Ausgangspunkt in diesem Teilprozess bildet immer die Prüfung, welche Räumlichkeiten eine Gemeinde nutzt, welche Bedarfe es gibt und wo man sich sinnvollerweise von Altem trennt oder es durch Neues ersetzt.
Genau so hat es die kleine Gemeinde St. Nikolaus in Dietingen bei Rottweil gemacht. Seit den 1980er-Jahren waren die Gemeindegruppen in der Zehntscheuer der bürgerlichen Gemeinde in der Nikolausstube zu Gast. Der Wunsch nach einem eigenen, selbst zu verwaltenden Kirchengemeinderaum wuchs über Jahre. Am Anfang des Weges zu einem eigenen Gemeindehaus galt es, einen geeigneten Standort zu finden, eine mögliche Finanzierung aufzustellen und über eine Bedarfsanalyse herauszufinden, was denn wirklich vonnöten ist. Marlies Hirt, die als gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates den ganzen Prozess begleitet hat, erinnert sich: »Wir haben uns genau überlegt, welche Gruppen wir in der Gemeinde haben, und was diese brauchen.« [...]
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