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| Titelthema |
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| Zwei Dekane – eine Heimat |
Zwei
Dekane – eine Heimat |
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In dem kleinen Ort Weisenbach im Landkreis Rastatt, der so idyllisch an der Murg liegt, sind Markus Miles und Christian Hermes gemeinsam aufgewachsen. Foto: picture-alliance/Peter Schickert |
Christian Hermes ist Stadtdekan in Stuttgart, Markus Miles ist Leitender Pfarrer der Pfarrei St. Stephan in Karlsruhe und Dekan des Dekanats Mittlerer Oberrhein-Pforzheim. Aufgewachsen sind beide im Dörfchen Weisenbach im Nordschwarzwald, wo sie gemeinsam als Ministranten am Altar standen. Im Interview berichten sie dem Chefredakteur des Konradsblatts der Erzdiözese Freiburg, Klaus Gaßner, und Sonntagsblatt-Redakteurin Diana Roll von den Unterschieden zwischen Stadt und Land, den neuen Pfarreistrukturen in ihren Bistümern und von engagierten Laien, die ihnen Mut machen.
Herr Miles und Herr Hermes, Sie kommen beide aus dem badischen Ort Weisenbach und sind heute Seelsorger in zwei großen Städten in Baden-Württemberg. Wann sehnen Sie sich aufs Land zurück?
Christian Hermes: Stadt und Land haben ihre Qualitäten. Es gibt in ländlichen Gebieten einen anderen sozialen Zusammenhalt, das war auch in Weisenbach spürbar. Gleichwohl wissen wir natürlich, dass es auch im ländlichen Raum gewaltige Probleme und Herausforderungen gibt, auch für die Pastoral der Kirche. Aber selbstverständlich ist die Luft im Allgäu und im Schwarzwald besser als in Stuttgart (lacht).
Markus Miles: Einander zu kennen und umeinander zu wissen, das ist im ländlichen Raum etwas ganz anderes als in der Stadt. Das hat auch unsere Kindheit und Jugend ausgemacht. Wir kannten die Leute, angefangen von den kirchlich Engagierten bis hinein in die Dorfgesellschaft und die Vereine. Ich habe Riesenrespekt vor denjenigen, die die großen Pfarreien auf dem Land leiten und sich ganz anderen Herausforderungen stellen müssen …
Hermes: … überall gibt es soziale wie gesellschaftliche Herausforderungen. Es ist unser Auftrag, das Evangelium unter den gegebenen Bedingungen so gut wie möglich zu verwirklichen. Die Volkskirche existiert schon noch. Teilweise gibt es starke Strukturen. Wir beschwören den sozialen Zusammenhalt und sehen ja auch in der Politik was passiert, wenn der verloren geht. Auf dem Land übernehmen die Menschen eher Verantwortung. In der Stadt sind Hunderttausende unterwegs, aber es fühlt sich keiner zuständig, wenn es irgendwo schmutzig aussieht. Ein Riesenvorteil in einer dynamischen Stadt ist aber, dass es immer wieder neue Menschen gibt, mit denen wir arbeiten können. Andererseits können Ehrenamtliche in anderthalb Jahren auch schon wieder ganz woanders sein. Auch der Nahverkehr hilft uns in der Seelsorge: Wir haben Kirchorte, die nur zwei Straßenbahnstationen voneinander entfernt sind. Das ist auf dem Land oft viel schwieriger. [...]
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