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| Titelthema |
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| EINSAMKEIT |
»Ich bin einsam« |
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Der Start ins Studium bedeutet für viele junge Menschen neue Chancen, aber auch Herausforderungen. Gerade in solchen Umbruchsphasen fühlen sich viele von ihnen einsam, weil vertraute Bezugspersonen und soziale Netzwerke zunächst fehlen. Foto: vitranc/iStock |
Der Umzug in eine neue Stadt, weit weg von der Heimat, Studienstart mit fremden Menschen, volle Hörsäle und trotzdem das Gefühl, niemandem wirklich nah zu sein: Einsamkeit gehört für viele junge Menschen zum Alltag. Oft bleibt sie unsichtbar, begleitet von Scham, Selbstzweifeln und dem Eindruck, mit diesem Gefühl allein zu sein. Doch es kann jede und jeden treff en. Der 29-Jährige Pedram Mohammadi weiß, wie schwer der Weg aus der Isolation sein kann, aber auch, wie Begegnungen, Gemeinschaft und ein off enes Ohr dabei helfen, wieder Anschluss zu fi nden und neue Hoffnung zu schöpfen.
Bin ich ein schlechter Mensch? Was habe ich falsch gemacht? Warum passiert mir das? Diese Fragen haben Pedram Mohammadi (Name geändert) lange begleitet. Er war mit einem Gefühl konfrontiert, das viele junge Menschen kennen: Einsamkeit. »Das ist ein Teufelskreis. Du redest weniger mit Menschen, du fühlst dich schlechter und dann kommen die schlimmen Gedanken. Du wirst weniger selbstbewusst, verurteilst dich selbst und ziehst dich immer weiter ins Negative«, sagt der 29-Jährige.
Einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zufolge fühlen sich 21 Prozent der 21- bis 30-Jährigen stark einsam – 42 Prozent haben dieses Gefühl bereits erlebt. »Einsamkeit ist ein subjektives Empfinden, das unfreiwillig entsteht. Es wird als unangenehmes Gefühl beschrieben, als eine Art sozialer Schmerz«, erklärt Dr. Anne Berngruber vom Deutschen Jugendinstitut. »Betroffene empfinden, dass die Beziehungen, die sie sich wünschen, nicht mit denen übereinstimmen, die sie haben – sei es, weil sie das Gefühl haben, zu wenige soziale Kontakte zu haben, oder weil sie sich andere soziale Beziehungen wünschen. Man kann sich aber auch unter vielen Menschen einsam fühlen.«
Pedram Mohammadi ist vor fünf Jahren für sein Masterstudium aus dem Iran nach Stuttgart gekommen. »Ich bin sehr introvertiert«, sagt der 29-Jährige. »Es war schwierig für mich, eine andere Kultur, eine neue Art von Kommunikation, eine neue Arbeitsweise und die Funktionsweise von Freundschaften in Deutschland kennenzulernen.« Der Iraner wollte sich integrieren, Teil der Gemeinschaft werden, doch »genau diese Verbundenheit hat mir gefehlt, weshalb ich mich sehr verlassen gefühlt habe«.
Das war aber nicht das erste Mal, dass er das Gefühl erlebt hat. »In meiner Heimat haben wir eine andere Sprachkultur, bei der wir sehr auf die Gefühle der anderen Personen bedacht sind.« Das hat bei ihm zu Problemen geführt: »Mir ist es schwergefallen, mich mitzuteilen, weil ich Angst hatte, dass niemand versteht, was ich wirklich sagen möchte, oder dass ich etwas Falsches sagen könnte.« [...]
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